ÖPNV-Edition: Essen, Witten und Bochum
Ganz neue Zusammenhänge
im Museum Folkwang, dem Märkischen Museum Witten und den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Museum moderner und zeitgenössischer Kunst
Start und Ziel: Essen HBF
Heute geht es schon um 10 Uhr los. Als erstes steht das Museum Folkwang auf unserem Programm. Mit den Straßenbahnen 107 oder 108 (beide Richtung Bredeney) oder der U-Bahn U11 (Richtung Messe/Gruga) erreichen wir innerhalb weniger Minuten die Haltestelle „Rüttenscheider Stern“. Von dort aus geht es zu Fuß zum Museum.

Eine moderne Wunderkammer
Vor Ort entscheiden wir uns für einen Besuch der Dauerausstellung, da die große Expressionistenschau erst ab dem 20. August 2022 zu sehen sein wird. Es geht vorbei an ikonischen Werken wie Renoir’s „Lise“, Gaugin’s Südsee-Träumen und der kleinen Nelly von Otto Dix. Besonders beindruckt sind wir von der Ausstellung der Werke aus der Sammlung Olbricht, die in der begehbaren Installation „Helm/Helmet/Yelmo“ von Los Carpinteros gezeigt wird. Mittelalterliche Elfenbeinschnitzereien treffen dort auf außereuropäische Kleinskulpturen und zeitgenössische Kunstobjekte, die sich zu großen Teilen mit Leben und Tod, Natürlichkeit und Künstlichkeit oder Original und Kopie befassen. Man fühlt sich fast wie in einer modernen Wunderkammer!
Diese Eindrücke verarbeiten wir zunächst bei einem Stück Kuchen und einem kalten Getränk im museumseigenen Restaurant Edda. Über den Rüttenscheider Stern (Linien 107, 108, U11) machen wir uns anschließend auf zum Hauptbahnhof. Wir besteigen die RB 40 (Richtung Hagen), weil wir den RE16 (Richtung Iserlohn) knapp verpasst haben und fahren bis Witten Hauptbahnhof. Da die Sonne lacht, entscheiden wir uns, zu Fuß zum Märkischen Museum Witten zu gehen. Das ist in 15 Minuten gut zu schaffen. Bevor wir die Ausstellung von Alf Schuler besuchen, machen wir einen kurzen Abstecher in die Bibliothek, die mit dem Museum verbunden ist und holen uns dort Leseinspiration für die kommenden Tage.
Die minimalistischen Werke des Kassler Kunstprofessors beindrucken uns in ganz besonderer Weise. Die fragil erscheinenden Arbeiten, die fast ausschließlich aus industriell gefertigten Materialien wie Rohren und Seilen bestehen, verströmen eine beinahe meditative Ruhe. Umso turbulenter geht es im Wiesenviertel zu, wohin wir für ein Mittagessen im Knuts (Wiesenstr. 25) einkehren, bevor es zurück zum Bahnhof geht.
Neu, neu, neu
Dieses Mal nehmen wir statt der Bahn den Bus, entweder die Linie 375 oder die Linie 376E, die uns in knapp 20 Minuten zu unserem nächste Ziel – den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Museum moderner und zeitgenössischer Kunst – bringen. Mit „+++neu+++“ zeigt die unter der Unibibliothek beheimatete Kunstsammlung ihre jüngsten Erwerbungen und Schenkungen, so etwa eine große Werkgruppe des Universalkünstlers Timm Ulrichs.
Bevor es mit der U-Bahn U35 (Richtung Herne) zum Bochumer Hauptbahnhof geht und wir einen der Züge zurück nach Essen (RE1, RE6, RE11 oder RE16 in Richtung Aachen, Köln, Düsseldorf oder Essen) nehmen, beschließen wir, uns in der Mensa eine Getränk zu holen und noch durch den Botanischen Garten der Ruhr-Uni zu spazieren. Aktuell ein absolutes MUST für alle Chili-Fans. Bis Juni zeigt eine Sonderausstellung (gegenüber des Tropenhauses) über 170 Sorten aus aller Welt – ebenfalls bei freiem Eintritt!