Bochum

Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum: Museum moderner und zeitgenössischer Kunst

Moderne und zeitgenössische Kunst trifft die Antike: In den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität auf dem Campus werden zwei hochkarätige Sammlungen präsentiert. Die Sammlung Moderne führt Entwicklungstendenzen der US-amerikanischen und europäischen Kunst seit der Nachkriegsmoderne bis heute vor Augen, die Antikensammlung zeigt griechische, römische und persische Artefakte.

 

Von der Nachkriegsmoderne bis zur gegenwartskunst

Zwei Jahre nach Gründung der Ruhr-Universität Bochum vermachte der Kunstkritiker Albert Schulze-Vellinghausen der Universität seine Sammlung gestisch-abstrakter und konstruktiv-konkreter Kunst mit Arbeiten von Josef Albers, Sam Francis, Cy Twombly, Al Held u.a. Dieser Grundstock der Sammlung Moderne wurde seither kontinuierlich erweitert und in die Gegenwart fortgeschrieben. Dank einer großzügigen Förderung Paul Dierichs konnten Mitte der 1970er-Jahre Kunstwerke von Alberto Giacometti, George Rickey, Richard Serra, Frank Stella, Günther Uecker u.a. erworben werden. In den 1990er-Jahren wurde die Sammlung durch Fotografien von Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Struth u.a. sowie Arbeiten von Gerhard Richter, Bruce Nauman oder Christian Boltanski bereichert. In den 2000er-Jahren kamen –  im Anschluss an erfolgreiche Ausstellungen – Werke von Imi Knoebel, James Turrell, Franz Erhard Walther, Katharina Grosse und vielen jüngeren Künstlerinnen und Künstlern dazu.
Rund 1.000 Kunstwerke des Museums moderner und zeitgenössischer Kunst werden heute in wechselnden Sammlungspräsentationen gezeigt, durch thematische Ausstellungen und künstlerische Interventionen kommentiert, aktualisiert und reflektiert.

 

Architektur und Kunst, Antike und Moderne im DIalog

Die Kunstsammlung erweist sich in der historischen Distanz ebenso wie die Architektur der Universität als Zeugnis der einst zukunftsorientierten Haltung der jungen Bundesrepublik Deutschland. Kunstwerke, Architektur und Kunst-am-Bau rufen die internationale Moderne der 1960er- und 1970er-Jahre in Erinnerung und setzen sie in Beziehung zur Gegenwart.

Das Zusammenspiel von Antike und Moderne, Nachkriegsmoderne und zeitgenössischer Kunst, von Kunst und Architektur ermöglicht Besuchern spannende Einblicke in eine anschauliche Kunstgeschichte.

Veranstaltungen

14. Juli 2026
18:00 Uhr

Art Is Not an Innocent Field: The Venice Biennale, Public Space, and the City It Left Behind

Vortrag von Vittoria Martini, Moderation: Maria Bremer

Weaving together institutional history, urban legislation, and geopolitical critique, this talk traces the transformations that have progressively separated the Venice Biennale from its city: from the Fascist nationalization of 1938 to the privatization of 1998, from the gradual closure of the Giardini di Castello to public use, through to the recent concession granted to Qatar over a portion of land protected as environmental and historical heritage. Across this timespan, the extractive model inaugurated by Biennale’s Fascist president Giuseppe Volpi in the 1930s – who conceived of the city and the institution as resources to be placed at the service of capital and state diplomacy – has never been truly interrupted. The talk identifies, within the very history of the Biennale and its historical venue in a city such as Venice, which currently attracts 25 million tourists a year, traces of utopian visions that were never realised, in order to reflect on the responsibility that cultural institutions have towards the places in which they are situated.

Vittoria Martini is a contemporary art historian (PhD) and independent researcher whose work focuses on the history of the Venice Biennale as a lens for imagining a different social use of cultural institutions. Her latest publications on this subject include Art is not an Innocent field. Reflections on the borders of the Venice Biennale (Routledge, 2025), Dreamers of the Day. An attempt to imagine the Venice Biennale as a shared rooted cultural space (Neroeditions, 2025), The Responsibility of a Cultural Institution. The Venice Biennale must meet its own history (Neroeditions, 2024), and The Giardini: Status of the Property (König, 2022).

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