RuhrKunstMuseen
Wir sind startklar #05 ...und hatten ein ereignisreiches Jahr
RÜCKBLICK 2021
Lockdown, Hybridunterricht in Schulen, Beschränkungen der Gruppengrößen im Museum … unser Jahr verlief für alle anders als ursprünglich geplant. Die Konzepte unserer RuhrKunstMuseen sind so vielfältig wie die Museen selbst. Um diese auch in diesen schwierigen Situationen, mit immer wechselnden Richtlinien, durchführen zu können, brauchte es Mut und Engagement. Neue Impulse gaben uns das Yaw-Kollektiv und die stuhlkreis_revolte für die Umsetzung der bereits vorhandenen Konzepte ins Digitale.
Das erste Kennenlernen der Schüler*innen mit den Museen, den Kunstvermittler*innen und den Projektthemen fand in einigen Häusern somit tatsächlich digital statt. Das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop kooperierte mit der Kita Quellenbusch e.V. und führte in Kleingruppen via Onlinekonferenzen Experimente zum Thema Farbe durch. Und auch das Lehmbruck Museum und die Schüler*innen des Friedrich-Albert-Lange Berufskollegs begegneten sich zunächst im digitalen Raum. Mit der eigens für das Lehmbruck Museum entwickelten Lernapp chunkx eigneten sich die jungen Erwachsene darüber hinaus eigenständig Wissen über die Kunstwerke im öffentlichen Raum, im Museum, über RuhrKunstUrban und ihren Dritten Ort an. Auch die Kunsthalle Recklinghausen arbeitete mit einer App. Die Ausstellung „Mariechen Danz - Clouded in Veins“ entdeckten Kinder und Jugendliche mit der App Biparcours. Gleichzeitig startete die Kunsthalle Recklinghausen auf Distanz mit den Schüler*innen in das Projekt. Die Kunstvermittler*innen schickten Materialtaschen mit Aufgaben zur Erforschung es Umraums in Schulen und Kindergärten.
Das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg starte mit Onlinekonferenzen und erforschte Architektur zunächst in ihrer unmittelbaren Nähe aus dem Fenster, bevor die Schüler*innen in ihrem Umfeld künstlerische Momente fotografisch festhielten. In den Sommermonaten konnte das urbane Umfeld der Schüler*innen und das des Museums erkundet und die Dritten Orte aufgesucht werden. Seit dem neuen Schuljahr wurden vermehrt analoge Workshops durchgeführt. Die Schüler*innen sahen nun endlich die zuvor digital gezeigten Kunstwerke im Original und arbeiteten mit den Kunstvermittler*innen im Museum auch praktisch.
Das Emschertalmuseum Herne kooperierte mit Sunrise e.V. und der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet. Sunrise e.V. betreut im Nachmittagsunterricht 35 sozial- und lernbenachteiligte Kinder. Die Vermittler*innen konzipierten und verschickten ARTboxen während des Lockdowns. So konnten die Schüler*innen die analogen Projektwochen „Mensch und Tier im urbane Raum" im Park von Schloss Strünkede selbstständig vorbereiten.
Zusammen mit der Sonnenschule hat sich das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna mit dem Thema „Erinnerung“ beschäftigt. Nach einem analogen Workshop zu den ausgestellten Kunstwerken im Museum haben die Schüler*innen die Bewohner*innen des Senioren Pflegeheim Obermassen zu ihren Kindheitserinnerungen interviewt und selbst ein eigenes Licht-Kunstwerk zum Thema „Erinnerung“ geschaffen.

Im unteren Foyer des Kunstmuseums Gelsenkirchen sind zurzeit die Projektergebnisse der Gemeinschaftsgrundschule Wiehagenschule ausgestellt. Die Schüler*innen hielten ihre Sinneseindrücke nach den Besuchen im Museum und im Wissenschaftspark Gelsenkirchen in kleinen Frottagezeichnungen fest.
Im Tierpark und Fossilium Bochum konnten die Besucher ganz besondere Tiere bestaunen. Mit Impulsen von Tierdarstellungen im Kunstmuseum Bochum gestalteten die Kinder des Kindergartens Kinderglück ihre individuellen Fantasietiere, die in ein eigenes Gehege des Tierparks einzogen.
Die Kunstvermittler*innen der
Flottmannhallen Herne erkundeten mit den Schüler*innen der Sonnenschule ihr Viertel und stellten sich die Frage „Wie kann unser Viertel schöner werden?“ Die Vorschläge der Schüler*innen wurden malerisch auf großen Holzwürfeln festgehalten. Auch im Kunstmuseum Mülheim entstanden große selbstgestaltete Würfel, die sich auf die Stadtgeschichte Mülheims beziehen und von Wolfgang Liesens „Stadtsäulen“ inspiriert sind, die in der Fußgängerzone vor dem Mülheimer Forum stehen. Zusammen mit dem Atelier Farbfuchs zeichneten und malten die Jugendlichen ihre Wahrnehmungen zum aktuellen Stadtgeschehen. Im Februar werden die selbst erstellten Stadtsäulen präsentiert.
Das Museum Ostwall arbeitet zusammen mit der Schule Am Hafen und dem Atelier Amore. Die Kunstvermittler*innen konzipierten während des Distanzunterrichts analoge, didaktische Karten und ein Stadtbuch, indem die Schüler*innen der 5. bis 10. Klassn ab Oktober ihre Eindrücke und Wahrnehmungen festhalten konnten. Ausgestattet mit Aufgaben zu den fünf Sinnen wurden Entdeckungen des Umraums künstlerisch festgehalten: Wie riecht, wie klingt die Stadt?
Das Märkischen Museum Witten startete nach den Sommerferien parallel mit vier Gruppen in das Projekt. Mit kleinen Interventionen verändern die Schüler*innen hier das Stadtbild. So wurden zum Beispiel die grauen Betonwände der Schule mit Tape-Art verschönert. Im Januar geht das Projekt zu Ende und ihr erfahrt im eigenen Blogeintrag mehr über das Projekt. In den letzten Tagen ging das Projekt im Haus Opherdicke in Holzwickede mit dem Besuch der Heimatstuben und dem Bau einer riesigen gemeinschaftlichen Skulptur zu Ende. „Bewegung bringt alles zusammen“ war das Thema des Projektes und die Schüler*innen der Karl-Brauckmann-Schule untersuchten Bewegungsdarstellungen in Skulpturen, Bildern und bei sich selbst. In den Heimatstuben lernten die Schüler*innen viel über das Leben im 19. und 20. Jahrhundert und den dazugehörigen Berufen
Von Januar bis November 2021 wurden insgesamt 700 Workshops in den teilnehmenden Museen, Schulen und den Dritten Orten durchgeführt. 2022 geht es weiter!
Stand: Dezember 2021