RuhrKunstMuseen

WIR FINDEN STADT #03 – UND TEILEN UNSERE KOMPETENZEN

Eine Fortbildungsreihe der Ruhr Kunst Museen 

Das Netzwerk der RuhrKunstMuseen hat von April – Dezember 2022 im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie ein Weiterbildungsprogramm umgesetzt. Die Schulungen dienten der Stärkung des Netzwerkes und boten den Kunstvermittler:innen der RuhrKunstMuseen die Möglichkeit, andere Häuser des Verbunds kennen zu lernen. Teilnehmen konnten alle festangestellten und freiberuflichen Kunstvermittler:innen der RuhrKunstMuseen.

 

Am 25. April 2022 führte Sybille Kastner vom Lehmbruck Museum in Duisburg die erste Schulung zum Thema Inklusion Allgemeine Einführung zu Workshops für Menschen mit Beeinträchtigung durch. In diesem Workshop wurden Zugänge zur Kunst vorgestellt, die sich an den Ressourcen von Besucher:innen mit besonderen Bedürfnissen orientieren, prinzipiell jedoch für alle Museumsbesucher:innen geeignet sind, um gemeinsamen Kunsterfahrungen und Austausch unterschiedlicher Wahrnehmungen zu ermöglichen. Aufgrund der großen Nachfrage und des positiven Zuspruchs fand am 17. November 2022 ein zusätzlicher Termin statt, bei dem die Entwicklung und Etablierung eines Vermittlungsangebots für Menschen mit Demenz im Fokus stand. Durch die Präsentation von vielfältigen Praxisbeispielen sowie einschlägigen Forschungsergebnissen, die Auseinandersetzung mit dem Symptombild und die Erprobung eigener Vermittlungskonzepte konnten Einblicke in die Arbeit mit Museumbesucher:innen mit Demenz gewonnen werden.

Eine Themenschulung zu partizipativer Vermittlung am Beispiel der Fluxus Werke wurde am 5. Mai 2022 von Regina Selter und Barbara Hlali angeboten. Den zentralen Gedanken der Kunstbewegung Fluxus, Kunst und Leben zu verbinden, hat das Museum Ostwall im Dortmunder U, dessen Sammlung einen Schwerpunkt im Fluxus hat, seit Langem zu einem wesentlichen Leitgedanken seiner Museums- und Vermittlungsarbeit gemacht. Regina Selter und Barbara Hlali stellten zu Kunstwerken aus der Sammlungspräsentationen "Body & Soul. Denken, Fühlen und Zähneputzen" Vermittlungsformen vor, die die Verbindung von Kunst, Alltag und Handlung thematisieren. Am Beispiel von dazu entwickelten Angeboten für Kinder und Erwachsene konnten selbst Vermittlungsmethoden ausprobiert und die so entstandenen Erfahrungen ausgetauscht werden. Gemeinsam wurde thematisiert, wie Partizipation auf allen Ebenen der Vermittlung mitgedacht und umgesetzt werden kann.

Barbara Walter vom Kunstmuseum Mülheim bot am 14. Juni eine Themenschulung zur Kunst im öffentlichen Raum, Begriffsklärung, politische Dimensionen, Bürgerbeteiligungen an. Das Erleben von Kunst findet nicht nur im Museum statt: Plätze und Fassaden im Stadtraum sind vielfach durch Reliefs, Brunnen und Skulpturen gestaltet. Vorgestellt wurden ausgewählte Kunstwerke im öffentlichen Raum sowie ihre Entstehungsgeschichte. Die politische Dimension der Kunst-am-Bau-Förderung, Bürgerbeteiligungen zur Neugestaltung von Plätzen sowie Fragestellungen zur Rolle der Skulptur im öffentlichen Raum wurden thematisiert.

Am 10. und 11. August 2022 schulte Karin Mohr am Museum Folkwang zu den Themen Sprachförderung und kulturellen Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit SprachförderbedarfSprache durch Kunst ist ein interkulturelles Sprachförderprojekt der Abteilung Bildung und Vermittlung, das 2011-2015 in Kooperation mit dem Fachbereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache (DaZ/DaF) der Universität Duisburg-Essen entwickelt wurde und auch von der Stiftung Mercator gefördert wurde. Das Projekt ist im Lehrplan der Universität Duisburg-Essen etabliert und wird seitdem gemeinsam mit dem Museum Folkwang fortgeführt. Ziel ist es, Sprachförderung durch künstlerische Methoden zu unterstützen, sprachliche Ausdrucksfähigkeit über eine aktive künstlerisch-ästhetische Auseinandersetzung im Museum zu erweitern. Die Methoden des kreativen Sprachgebrauchs und die Bildkraft der Wörter, die sich insbesondere im verbalen und körpersprachlichen Ausdruck vor dem Kunstwerk zeigen, sind bestimmende Elemente von Sprache durch Kunst. Der Umgang mit bildender Kunst bietet vielfältige Sprechanlässe und Möglichkeiten zur Erweiterung sprachlicher Fertigkeiten, kultureller und sozialer Handlungsfähigkeiten sowie kultureller, gesellschaftlicher Teilhabe. Aufgrund zahlreicher Nachfragen und großem Interesse gab es am 3. November 2022 eine weitere Schulung mit vertiefenden Inhalten und Methoden.

Im Josef Albers Museum. Quadrat Bottrop boten Sarah Sandfort und Diana Schuster am 28. November 2022 eine Themenschulung zu aktivierenden Methoden in einem monografischen Museum an. Als monografisches Museum richtet sich das Josef Albers Museum nach den Lehren und künstlerischen Praktiken seines Namensgebers aus. Dabei spielen die Lebensphasen wie Werkreihen von Josef Albers eine besondere Rolle – von figurativen Holzschnitten aus seiner Zeit im Ruhrgebiet über die Glaswerkstatt im Bauhaus bis hin zur Farbmalerei in den Vereinigten Staaten (North Carolina, Yale). Zentraler Gedanke von Josef Albers war es in seiner Zeit als Lehrer und Dozent (Bauhaus, Black Mountain College, Yale University), seinen Studierenden das Material zur Verfügung zu stellen und darüber eine aktive und praktische Auseinandersetzung zu provozieren. Kunst war aus seiner Perspektive nicht lehrbar – aber in der „Werklehre“ ging es darum, mit unterschiedlichen Werkstoffen umzugehen und eigene, kreative Lösungen zu finden. Diesen Gedanken greift das Vermittlungsprogramm im Josef Albers Museum auf. Die Schulung gab einen Einblick in die für die Eröffnungsausstellung entwickelten personellen und medialen Vermittlungsformate. Teilnehmende waren eingeladen, Farbkursübungen von Albers auszuprobieren und gemeinsam in der Gruppe zu reflektieren.

Im Emschertal Museum Herne fand am 14. Dezember 2022 eine Schulung zu Angeboten für Menschen mit Demenz, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen am Beispiel einer kulturhistorischen Sammlung statt.
Initialgebend für das Demenzangebot war die Kooperation der RuhrKunstMuseen mit dem Lehmbruck-Museum im Rahmen des Modellprogramms des Bundes "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz". Nachfolgend wurde das Angebot in Herne etabliert und über die Jahre angepasst und erweitert. Im August 2022 fand in Kooperation von Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz in Bochum und Kulturvermittlung des Emschertal-Museums im Heimatmuseum ein gut besuchter Fachtag zum Thema Mode und Alter statt, der das große Interesse an dem Thema aufzeigte. Das Angebot für Menschen mit Demenz wurde partizipativ vorgestellt und es gab Raum für Fragen zum Themenfeld Demenz und zur entsprechenden Vermittlungsarbeit (auch an eigenen Einsatzorten).

 

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