Museum Folkwang, Essen

Update #19 – Denkmal der Woche

DENKMAL DER WOCHE

Das Museum Folkwang feierte im Jahr 2022 sein 100-jähriges Bestehen. Von Mai bis August widmete sich das Projekt "Folkwang und die Stadt" mit einem Ausstellungsparcours im Essener Stadtraum gemeinsam mit Initiativen, Vereinen und Communities der Frage der gesellschaftlichen Teilhabe an Kunst und Kultur. Im Mittelpunkt stand neben urbanem Lernen, Integration und Diversität die Frage, wie das Museum die Menschen erreichen kann. Der Gedanke, das Museum in den Außenraum, in die direkte Nachbarschaft zu erweitern, deckte sich mit dem Konzept von RuhrKunstUrban und inspirierte die Kunstvermittler:innen, mit ihren Kooperationsschulen die Gartenanlage des Museums zu bespielen. Die teilnehmenden Klassen lernten nicht nur museale Praktiken des Ausstellens und Präsentierens, sondern auch unterschiedlichste künstlerische Techniken kennen.

Neun Klassen von vier Förder-, Haupt- und Realschulen präsentierten ihre Begegnungen, Erfahrungen und künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem musealen Raum als „Denkmal der Woche“ im urbanen Umfeld des Museums. Ausgehend von Werken der Sammlung, Street Art und Kunst im öffentlichen Raum beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit der Gestaltung und Funktion von Denkmälern: Was sind das eigentlich für Leute, die man in Stein gemeißelt oder in Bronze gegossen auf Sockeln stehen sieht? An welche Personen und Ereignisse würden sich die Schüler:innen gern erinnern? Welche Werte sind ihnen so wichtig, dass sie ihnen ein Denkmal setzen möchten? Plastiken und Skulpturen der Sammlung von Auguste Rodin bis Kiki Smith und von Käthe Kollwitz bis Thomas Schütte lieferten Anregungen für die dreidimensionale Gestaltung. Die eigenen Denkmäler wurden aus unterschiedlichen Materialen erstellt: Die Schüler: innen formten Tonfiguren, gossen Spielzeugtiere in Gips ab, bauten mit Bezug zu Stadtraum und Architektur ein Haus aus Dachlatten, gestalteten Puppen aus Wachstuch und Füllwatte oder sprühten tragbare Graffiti auf Sperrholzwände. Die Form des Denkmals wurde dabei ad absurdum geführt, indem ihre Dauerhaftigkeit durch einen ständigen Wechsel ersetzt wurde. Als „Denkmal der Woche“ wurde ein Hauptwerk aus den Workshops im Außenraum des Museums in der umgebenden Nachbarschaft ausgestellt. Jede Projektwoche endete mit einer feierlichen Enthüllung der Denkmalarbeiten. So beflaggte die Abschlussklasse der Parkschule das Geländer des Museums zum Thema „Abschied und Erinnerung“ mit individuell gestalteten Fahnen. Die 8. Klasse der Helen-Keller-Schule zeigte zum Thema „Freundschaft, Beziehungen und Gefühle“ aus Holz gesägte und malerisch gestaltete Schattenrisse in unterschiedlichen Körperhaltungen. Die Primarstufe der gleichen Schule baute fantasievolle Tiere und Fabelwesen aus Karton und Gips. Der Abschlussjahrgang wählte „Held:innen“ als passendes Denkmal-Thema und schuf lebensgroße Läuferinnen, Denkerinnen und Super-Mamas.

 

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