Osthaus Museum Hagen / Emil Schumacher Museum, Hagen

Update #11 – Tourist in der eigenen Stadt

Tourist in unserer Stadt

In der Heimatstadt gibt es vieles zu entdecken. Doch wie kann eine Stadt erkundet werden: Wo findet man Informationsmaterial über die eigene Stadt, welche Ideen für die Freizeitgestaltung gibt es, welche Sehenswürdigkeiten sollte man besuchen? Diesen Fragen sind die Schüler*innen der Janusz-Korczak-Schule zusammen mit den Kunstvermittler:innen des Kunstquartiers Hagen und den Mitarbeiter:innen der Touristeninformation M12 der HAGEN.AGENTUR nachgegangen.


Die Schüler:innen sollten sich dabei in die Rolle eines Touristen versetzten und mit Stadtplänen und Informationsmaterial ausgestattet auf Erkundungsreise durch ihren Stadtteil Wehringhausen gehen. Beim Besuch des Dritten Ortes, der Touristeninformation M12 der HAGEN.AGENTUR, sollten Fragen zur Darstellungsweise und Erstellung von Stadtplänen im Vordergrund stehen: Wie bekommen die Straßen ihre Namen? Wie sehen private und öffentliche Gebäude auf einem Stadtplan aus? Was ist eigentlich eine Legende und wie benutze ich einen Plan richtig? Durch einen fachkundigen Besuch von Mitarbeiter:innen der Geoinformation Hagen bekamen die Kinder Fragen rund um das Entstehen eines Stadtplans beantwortet. Im Museum wiederum sollte es darum gehen, wie eigentlich Künstler:innen ihre Stadt sehen bzw. gesehen haben. Kunstwerke von Emil Schumacher und Christian Rohlfs sowie Exponate der Ausstellung „HAGEN – DIE STADT. GESCHICHTE • KULTUR • MUSIK“ im Osthaus Museum gaben Anlass zu Überlegungen, wie Kunst im öffentlichen Raum gestaltet sein kann.

Die Grundschüler*innen sahen bei ihren Streifzügen durch die Stadt nicht nur ihre Lieblingsplätze mit anderen Augen, sie entdeckten auch Kultur und Natur in Hagen. Die Wege, die die Schüler:innen zurücklegten, wurden in Stadtplänen zeichnerisch festgehalten. Es entstanden Postkarten in Bild, Schrift und Frottage-Technik. Im Stadtgarten kreierten die Kinder Land-Art mit gefundenen Naturmaterialen und mitgebrachtem Ton. Bei einem Quartiersrundgang wurden zahlreiche Werke von Street-Art-Künstler:innen entdeckt, genauer betrachtet und verschiedene Techniken von Graffiti erörtert. Danach entstanden mit Sprühkreide und selbst hergestellten Stencils eigene Werke. Bei einem weiteren Besuch der Ausstellung „KONKRET - Hommage an Ulrich Schumacher - Die Sammlung des Josef Albers Museums. Quadrat Bottrop“ im Emil Schumacher Museum wurde das Thema Bildraum und realer Raum visuell fassbar und durch Jesús Rafael Sotos Kunstwerk „Pénétrable BBL Bleu, Nr. 1/8" (1999) erfahrbar gemacht.

Im Anschluss an die Erkundungen in Museen, Stadt und Natur entstanden eigene kreative Arbeiten. Die Geoinformation Hagen stellte einen großformatigen Stadtplan zur Verfügung, der Ausgangspunkt der individuellen Kunstwerke sein sollte. Als Grundlage für die Gestaltung dieses Plans wurden die Themen Graffiti, Comic und Raumveränderung gewählt, die in allen drei Klassen der Grundschule ausgearbeitet wurden. Die Graffiti-Klasse wählte die beliebtesten Street-Art-Werke in Hagen aus. Sie erstellten Collagen aus vorhandenen Graffiti, veränderten und bearbeiteten diese bei einem Besuch in der Hagener Stadtbücherei mit einer iPad-App und übertrug ihre eigenen Entwürfe mithilfe von Schablonen und Sprühfarbe auf Stoffbeutel.  
Die Comic-Gruppe gestaltete eine Figur, die künftige Stadtplanbenutzer:innen begleitet. Angeregt von der bekannten Banane des Künstlers Baumgärtel, die als Stencil im Kunstquartier Hagen und auch unweit der Schule als großes Graffiti an einer Hauswand prangt, dient die Frucht als Grundform einer Figur, die durch den Stadtgarten an Lieblingsorte der Kinder führt.

Die Gruppe, die sich mit dem Thema Raumveränderung beschäftigte, erweckte mit künstlerisch gestalteten Augen und Mündern Objekte im Klassenraum zum Leben, um dann auch außerhalb der Schule Urban-Art mit einfachen Mitteln zu entwickeln. Davon inspiriert entwarfen die Kinder zusätzlich Symbole für eine erläuternde Legende des Stadtplans.

Die künstlerischen Arbeiten der Schüler:innen wurden zu einem eigenen Stadtplan zusammengefügt. Dieser wurde  in der Touristeninformation M12 der HAGEN.AGENTUR im Rahmen einer Präsentation vorgestellt. Der Stadtplan mit Lieblingsorten der Schüler:innen gibt Anregungen zur Erkundung der eigenen Umgebung – zudem überführt in eine digitale Form – kann er auch von allen anderen Besucher:innen oder Bewohner:innen Hagens genutzt werden.

 

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