Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna

Update #07 – Auf Spurensuche!

Auf Spurensuche!

Anfang des Schuljahres 2021 starteten die Kunstvermittlerinnen des Zentrums für Internationale Lichtkunst Unna mit der Grundschule Sonnenschule und dem Seniorenpflegeheim Obermassen  in das Projekt. Generationsübergreifend beschäftigten sich die Schüler:innen und die Senior:innen mit dem Thema der Erinnerung und begaben sich gemeinsam auf Spurensuche in die Vergangenheit. Die Kinder der vierten Jahrgänge erkundeten ihren Stadtraum, tauschten sich mit den Bewohner:innen des Pflegeheims über ihre Schulwege und den Wandel der Stadt aus und erforschten die Installationen des Museums, die ebenfalls das Thema der Erinnerungen zum Inhalt haben.

Die Schüler:innen fragten sich: Was ist eine Erinnerung? Welche ist meine schönste Erinnerung? Woran denke ich in Bezug auf meine Stadt? Wie war mein Schulweg? Wie unterschiedlich können Erinnerungen sein? Wie kann man diese sichtbar machen, wie archivieren?
Museum, Schule und Dritter Ort liegen in Unna nahe beieinander. Vieles im städtischen Umfeld ist den Kindern vertraut, aber durch genaues Hinsehen, lässt sich einiges neu entdecken. Mit Sofortbildkameras konnten die Schüler:innen Bilder von ihrem Weg nachzeichnen. Dabei wurden individuelle Erinnerungsorte und markante Häuser auf dem Schulweg fotografiert, auch Gruppenbilder und Selfies entstanden. Dies ermöglichte den Kindern ihre Erinnerungen festzuhalten sowie neue zu kreieren.

Im Seniorenpflegeheim Obermassen wurden die Kinder zu Journalist:innen und interviewten die Bewohner:innen zu ihren ganz persönlichen Kindheitserinnerungen. Sie sammelten Geschichten und schrieben Teste darüber. Gemeinsam verglichen alle ihre Erinnerungen und untersuchten, inwieweit sich diese ähneln oder unterscheiden.

Im Museum erkundeten die Schüler:innen die Dauerausstellung. Im Fokus der Projektwochen stand die Schatteninstallation „Totentanz II“ von Christian Boltanski. Vergänglichkeit, Tod und Erinnerung sind die großen Themen des französischen Künstlers. Die Kinder durften ausnahmsweise ganz nah an die Installation heran und wurden so selbst zu bewegten Schattenfiguren und Teil der Installation.

Pandemiebedingt erstellten die Kunstvermittlerinnen vor den Projektwochen kurze Erklärvideos zum Museum allgemein, zu Christian Boltanski und seinem Umgang mit Licht und Schatten sowie zum Thema des Gedächtnisses in seinen Arbeiten. RuhrKunstUrban konnten glücklicherweise analog durchgeführt werden, trotzdem wurden die Videos und damit die Potentiale des digitalen Raumes genutzt, der analoge Begegnungsraum digital erweitert.

Im Anschluss an den Museumsbesuch und angeregt durch die Erklär- und Anleitungsvideos verwandelten die Kinder mit schwarzer Pappe und Transparentpapieren ihre Grundschulerinnerungen in Schattenfiguren. Die Schüler:innen dachten an den gemeinsamen Kinobesuch, an die Einschulung, an tolle Fußballspiele oder an die besten Freund:innen. An Ringen befestigt, erweckten die Kinder – wie auch Boltanski in seiner Installation – ihre Papierfiguren als Schatten zum Leben. Am Ende entstanden ein großes kollektives Schattenmobile und Erinnerungsarchiv, die in einer eigenen Ausstellung noch präsentiert wurden.

 

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