Josef Albers Museum Quadrat Bottrop

Update #05 – FARBEN UND RÄUME

FARBEN UND RÄUME

Das Josef Albers Museum. Quadrat Bottrop startete mitten in der Corona-Pandemie mit dem Schwerpunkt „Kunst und Natur“ in das Projekt. Die Kunstvermittler:innen stellten sich der Herausforderung, die geplanten Workshops mit einem Kindergarten, einer Grundschule und einem Gymnasium individuell an die jeweils möglichen Situationen und Bedürfnisse anzupassen. Ausgehend von den Sammlungsbeständen des Museums – Werke von Josef Albers sowie urzeitliche, naturhistorische Artefakte – beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Umraum des Museums. Das Quadrat liegt inmitten des schönen Stadtgartens, der im Projekt als Dritter Ort eine zentrale Rolle einnahm. Ursprünglich geplant war eine Kooperation mit dem Waldpädagogischen Zentrum Bottrop als Drittem Ort, das jedoch während der Corona-Pandemie größtenteils geschlossen blieb. Im Februar 2021 begannen die Kunstvermittler:innen mit digitalen und hybriden Vermittlungsformaten. Unter dem Schwerpunkt „Farbe“ führten sie die ersten Workshops mit den „Schlaufüchsen“ der Kita Quellenbusch e. V. digital per Videokonferenzen durch. In diesen Online-Workshops waren die Kunstvermittler:innen mit zwei digitalen Geräten zugeschaltet, mittels einer Dokumentenkamera konnten die Kinder alle Handgriffe genau mitverfolgen. Aufgeteilt in vier Kleingruppen wurden acht Workshops zur Farberkundung und zum eigenständigen Farbeinsatz umgesetzt. Dafür wurden Materialtaschen versandt, so dass die Kinder in der Tagesstätte aber auch zuhause die Wirkung der Farben und deren Mischverhalten experimentell erforschen konnten.

Mit drei Klassen des 9er Jahrgangs des Josef-Albers-Gymnasiums Bottrop konnte das Oberthema „Kunst und Natur“ in einem zweitägigen analogen Fotoworkshop aufgegriffen und um den Schwerpunkt „Raum“ ergänzt werden.
Auch die Schüler:innen der Schule am Stadtgarten beschäftigten sich mit Kunst und Natur. Im Herbst 2021 und Frühjahr 2022 fanden jeweils sechs analoge Workshops mit der 3. und 4. Klasse der Schule statt. Die Durchführung Die Vorschulkinder beschäftigten sich mit Grund- und Mischfarben in der Natur: Was sind die Eigenschaften von Farben? Wie werden Farben hergestellt? Wie können Farben in Aktion gebracht werden? Angeregt durch die Grundfarben nahmen die Kindergartenkinder das eigene Umfeld wahr, suchten rote, gelbe oder blaue Materialien und gestalteten fantasievolle „Farbmonster“. Durch Farbexperimente wie die Chromatografie erfuhren die Schlaufüchse, wie sie Farben einsetzen können. Je intensiver die Vermittler:innen und die Kinder in die Farbwelt eintauchten, desto vielfältiger wurden auch die Möglichkeiten der Durchführung im Innen- und Außenraum. In der Natur wurden Löcher und Erhebungen plastisch abgeformt und eingefärbt. Beim Besuch im Josef Albers Museum. Quadrat Bottrop erkundeten die Kinder den umliegenden Stadtgarten und den Skulpturenpark. In der Sammlung des Museums entdeckten die Kitakinder zusammen mit den Kunstvermittler:innen, wie vielfältig Künstler:innen sich mit dem Thema "Farbe und Raum" auseinandergesetzt haben.

Auch in den analogen Workshops mit den Klassen des Josef-Albers-Gymnasiums zum Thema „Farbe und Raum“ standen die Erkundungen unterschiedlicher Ortskonzepte im Fokus. Die Kunstvermittler:innen leiteten die Jugendlichen an, ihren Blick auf den eigenen Umraum zu richten und Merkmale wahrzunehmen, die ihnen bisher nie aufgefallen waren. Der Schwerpunkt lag auf der fotografischen Aufnahme und technischen wie handwerklichen Verfremdungseffekten. So nutzten die Schüler:innen die Funktion des Zooms, um Schnecken oder Blumen zu verändern und die Aufmerksamkeit auf Strukturen und Farbwerte zu lenken. Im nächsten Schritt erstellten sie Collagen aus den Bildern und brachten die fotografierten Objekte in einen anderen Kontext. Zum Abschluss entstand ein eigenes Fotobuch. In den beiden analogen Workshopreihen mit der Schule am Stadtgarten ging es zunächst auch um die Kombination unterschiedlicher Raum- und Ortsbetrachtungen. Ausgangspunkt war die Tier- und Pflanzenwelt in Schule, Stadtraum, Stadtgarten und Museum. Dabei wurden zwei Herangehensweisen gewählt: Einerseits ging es um die heutige Fauna und Flora als Motiv der Untersuchungen, andererseits beschäftigten sich die Kinder mit Tieren und Pflanzen der Vergangenheit. Übungen zur Sinneswahrnehmung, Verfahren des Mappings sowie Folienzeichnungen schulten den Blick der Kinder auf den sie umgebenden Außenraum. Mit verschiedenen Methoden zur Farbforschung übten die Schüler:innen individuelle Farbgestaltungen, um diese – figurativ und abstrakt – einsetzen zu können. Im Skulpturenpark ließen sich die Kinder von künstlerischen Werken inspirieren und schufen mit Naturmaterialien eigene, vergängliche Arbeiten im Außenraum. Eine fotografische Dokumentation der eigenen Werke fand zum Abschluss in den Vitrinen des Schulgebäudes seinen Ausstellungsraum.

 

 

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