Kunsthalle Recklinghausen

Update #03 – AUGENBLICKE

AUGENBLICKE

Die Kunsthalle Recklinghausen entwickelte verschiedene Vermittlungsformate: digital, hybrid und analog. Den Kunstvermittler:innen war es dabei ein besonderes Anliegen, jeweils ein niederschwelliges Angebot für Kinder und Jugendliche zu konzipieren, bei dem „alle mitmachen konnten“ und auch „alle Lust hatten, sich zu beteiligen.“ Allen Formaten gemeinsam war es, die Teilnehmenden aufzufordern Bekanntes neu zu sehen und Unbekanntes zu entdecken. Hierdurch konnten sie, unterschiedlichste Räume bewusster erfahren und erleben.

Zu den beiden Ruhrfestspiel-Ausstellungen „Mariechen Danz – Clouded in Veins“ (2021) und „Flo Kasearu – Flo’s Retrospective“ (2022) wurde ein digitales Quiz erarbeitet, mit dem Schüler:innen den Museumsraum vor Ort aber auch von zu Hause erkunden konnten. Zur Ausstellung „Mariechen Danz – Clouded in Veins“ wurde ein digitales Tool erarbeitet, mit dem Schüler:innen den Museumsraum vor Ort aber auch von zuhause erkunden konnten.

Im Format „Augen auf“ verteilten die Kunstvermittler:innen mit dem Projektlogo bedruckte Taschen, die mit einem Forscher-Kit zur Stadtraumerkundung ausgestattet waren, an teilnehmende Kindertagesstätten und Schulen. Kunstvermittler:innen und Schüler:innen trafen sich im Außenraum zu gemeinsamen Stadtrundgängen und erweckten Gegenstände im öffentlichen Raum mit großen Augen aus Pappe zum Leben. Ob Spielgerät,
Müllcontainer oder Garagentor, alles wurde mit den Aufklebern lebendig.

2022 starteten die Vermittler:innen mit dem analogen Projekt „Blick zu den Sternen“, eine Kooperation mit der Internationalen Vorbereitungsklasse des Max-Born-Berufskollegs und der Westfälische Volkssternwarte mit Planetarium. Die Wahl des Dritten Ortes entstand durch die Überlegung, mit einem Ort zusammenzuarbeiten, der „magisch“ wirkt und für den Großteil der Teilnehmer:innen Unbekanntes birgt. Die Schüler:innen kamen im Workshop den Sternen ein gutes Stück näher und machten spannende Entdeckungen am Firmament. Auch auf der Erde konnten sie bei Stadterkundungen und Museumbesuchen durch eine fragende Haltung, Neugier und Perspektivwechsel viel Neues entdecken und Altbekanntes mit anderen Augen betrachten.

Mit Hilfe von kniffligen Fragen und kreativen Aufgaben führte die App Biparcours durch die Ausstellungen, vermittelte spielerisch Wissen zu den ausgestellten Kunstwerken, forderte die Schüler:innen zur Suche nach dem „verlorenen Brillenetui“ und damit zu genauem Hinschauen auf. Biparcours ist ein digitales Lernwerkzeug, entwickelt vom Bildungspartner NRW. Schulen und außerschulische Lernorte können dort Quizanwendungen, Themenrallyes, Führungen und Stadt- und Naturrundgänge anbieten. Junge Besucher:innen können mit der App Biparcours den Museumsraum besuchen.
 

In beiden Projekten „Augen auf“ und „Blick zu den Sternen“ arbeiteten die Schüler:innen zunächst mit dem Forscher-Kit. Die darin enthaltenen Materialien dienten zur Gestaltung von großen Augenpaaren. „Was denken die Dinge?“ fragten sich Kinder und Jugendliche während ihrer Stadtraumerkundungen. Sie verliegen Alltagsgegenstände, Gebäuden und Pflanzen mit den aufgeklebten Augen ein Gesicht und eine Stimme. Möchte das Bushaltestellenschild an der Schule vielleicht auch lieber einmal mitfahren, anstatt immer nur an der Straße zu stehen? Was denkt der tote Baum am Straßenrand? Die Schüler:innen betrachteten ihre Umgebung genau und entdeckten Details, die sie zuvor nicht wahrgenommen hatten. Warum ist da ein riesiges, lachendes Gesicht an der Wand am Bahnhof angebracht? Was hat es mit dem Hasen im Teich auf sich? Findet Kunst ausschließlich im Museum statt und was macht ein Museum eigentlich?

Die teilnehmenden Berufsschüler:innen des Formats „Blick zu den Sternen“ konnten im Planetarium einen Blick in die Sterne werfen. Für viele der Beteiligten war das ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Die Weite des Universums lässt sich auch mithilfe eines Teleskops nur erahnen. Die Vorstellung von der Erde als Planet im Sonnensystem kann viele Gefühle hervorrufen und existenzielle, philosophische oder auch metaphysische Gedanken aufwerfen. Mit der Gruppe entwickelten sich lustige und ernste Gespräche über das Leben, das Ankommen, die eigene Identität, Heimat, Rollenbilder und natürlich auch Kunst. Im Stadtgarten vor der Sternwarte gestalteten die Berufsschüler:innen schließlich eine künstlerische Intervention. Eine Baumgruppe wurde mit Seilen und Flatterband zum Sternenbild „Großer Wagen.“ Die Bäume fungierten hierbei als Sterne. Ein schönes Bild, da sie – zumindest vom Boden aus – die Erde mit dem Himmel verbinden. Schließlich haben die Schüler:innen an den Seilen die Notizkarten befestigt, auf denen sie zuvor Informationen und Gedanken gesammelt hatten.

 

Cookie-Richtlinie

Wir verwenden Cookies, um dir ein optimales Website-Erlebnis zu bieten. Durch Klicken auf „Alle Akzeptieren“ stimmst du dem zu. Unter „Ablehnen oder Einstellungen“ kannst du die Einstellungen ändern oder die Verarbeitungen ablehnen. Du kannst die Cookie-Einstellungen jederzeit im Footer erneut aufrufen. 
Datenschutzerklärung | Impressum

Cookie-Richtlinie

Wir verwenden Cookies, um dir ein optimales Website-Erlebnis zu bieten. Durch Klicken auf „Alle Akzeptieren“ stimmst du dem zu. Unter „Ablehnen oder Einstellungen“ kannst du die Einstellungen ändern oder die Verarbeitungen ablehnen. Du kannst die Cookie-Einstellungen jederzeit im Footer erneut aufrufen. 
Datenschutzerklärung | Impressum