LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Einblick #04 – Gläserne Vitrinen
Die RuhrKunstMuseen befinden sich in der Konzeptionsphase für das neue Vermittlungsprojekt RuhrKunstUrban. 2021 starten die Workshops mit den Schulen und den Dritten Orten in den Städten des Ruhrgebiets. An dieser Stelle geben wir erste Einblicke in die Projekt-Vorbereitungen und die Vermittlungsarbeit der 21 RuhrKunstMuseen.
Gläserne Vitrinen
Das Schloss Oberhausen hat eine lange, bewegte Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Damals soll es ein Rittersitz in Form einer Wasserburg gewesen sein. Später war das Schloss Residenz von Maximilian Friedrich Graf von Westerholt-Gysenberg und seiner Frau. Doch auch Verfall, Plünderungen und Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg gehören zur Chronik des Gebäudes. Kurz nach Kriegsende bezog die Städtische Galerie 1947 die besonderen Räumlichkeiten, womit die Kunst Einzug fand. Die heutige Erscheinung in Rosa-Rot erhielt das Schloss beim historisierten Wiederaufbau in den 1950er Jahren.
Das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig prägte ab 1983 die Ausstellungen und ab 1998 auch den neuen Namen LUDWIGGALERIE. Die große gläserne Vitrine als Entree gab der Neuausrichtung eine bauliche Entsprechung.
Glas wird auch in dem Projekt RuhrKunstUrban eine zentrale Rolle spielen. Sabine Falkenbach und Ursula Bendorf-Depenbrock von der Kunstvermittlung werden handliche Solarlicht-Gläser als Miniatur-Vitrinen nutzen. Diese können von den teilnehmenden Schüler*innen mit kleinen Objekten oder gefundenen Gegenständen bestückt und gestaltet werden. Die Exponate sind so geschützt und werden von der kleinen Lampe im Deckel beleuchtet. Dadurch sind die Mikrokosmen im Glasinneren bei Tag und Nacht sichtbar.
Die Gläser können als Lichtinstallation in Schaufenstern, an Bäumen oder Zäunen, an Wegrändern oder markanten Stellen im Stadtraum, vereinzelt oder gruppiert präsentiert werden. Seit August 2020 wird das Konzept bereits in Probeworkshops getestet.
Unterwegs in Styrum
Als Kooperationspartner sind die Katholische Grundschule Luisenschule und die Städtische Malschule Oberhausen dabei. Beide Orte liegen fußläufig voneinander entfernt im Stadtteil Styrum. Das Außergewöhnliche hieran ist, dass der Ortsteil in zwei Teile geteilt ist: Der Südliche Teil, auch Oberstyrum, ist heute ein Ortsteil von Mülheim. Der nördliche Teil der ehemaligen Gemeinde, auch Unterstyrum, ist heute ein Ortsteil von Oberhausen. In beiden Städten werden die jeweiligen Viertel sehr unterschiedlich wahrgenommen. Sabine Falkenbach und Ursula Bendorf-Depenbrock möchten mit den Schüler*innen viel im Stadtteil unterwegs sein und haben schon eine lange Liste mit Orten angelegt, die sie in das Projekt einbeziehen wollen. Passend dazu wird die Ausstellung „All about shoes“ während der Projektlaufzeit in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen eröffnet, die sich mit der Fußbekleidung und ihrer Reflexion in der Kunst beschäftigt und so die perfekte thematische Ergänzung zum Zu-Fuß-unterwegs-sein bietet.
Stand: Juli 2020