Kunstmuseum Gelsenkirchen
Einblick #18 – Sammeln und Forschen
Die RuhrKunstMuseen befinden sich in der Konzeptionsphase für das neue Vermittlungsprojekt RuhrKunstUrban. 2021 starten die Workshops mit den Schulen und den Dritten Orten in den Städten des Ruhrgebiets. An dieser Stelle geben wir erste Einblicke in die Projekt-Vorbereitungen und die Vermittlungsarbeit der 21 RuhrKunstMuseen.
Sammeln und Forschen...
Im Stadtteil Buer im Norden von Gelsenkirchen wurde 1984 der Neubau des Städtischen Museums Gelsenkirchen eröffnet. Lange zuvor begann die Stadt Gelsenkirchen mit der Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit und gründete 1950 das Städtische Museum. In der Sammlung befinden sich Werke vom 19. Jahrhundert bis zu zeitgenössischen Arbeiten. Werke der Moderne von Max Liebermann und August Rodin, Arbeiten von Künstler*innen des deutschen Expressionismus wie Ernst Ludwig Kirchner und Max Pechstein und der Kunst ab 1945 wie Andy Warhol, Konrad Klapheck und Gerhard Richter sowie eine einzigartige Sammlung der Kinetischen Kunst bieten einen breiten Einblick in die Kunstgeschichte. 2008 beschloss der Kulturausschuss der Stadt Gelsenkirchen die Umbenennung in „Kunstmuseum Gelsenkirchen“. Bereits seit 1962 verzichtet das Kunstmuseum bewusst darauf, Eintrittsgelder zu erheben, um den Zugang so niederschwellig wie möglich zu halten.
... Ausstellen und Vermitteln
Im Projekt RuhrKunstUrban werden die Kunstvermittlerin Katharina König und die selbstständigen Kunstvermittler*innen Anna-Lucia Bojahr, Jennifer Kindler, Roger Rohrbach und Tanja Sajko mit dem Wissenschaftspark Gelsenkirchen und der Gemeinschaftsgrundschule Wiehagenschule zusammenarbeiten. Die Schüler*innen dürfen in den Workshops den Schulhof mit Sprühfarbe gestalten und mit wetterfesten Platten künstlerische Interventionen vornehmen. Diese werden dann dauerhaft am Zaun der Schule angebracht. Oder es entstehen aus dem Platten große Würfel, die im Wissenschaftspark weiterbearbeitet und ausgestellt werden. In der 300 Meter langen Glasmagistrale finden bereits regelmäßig unterschiedliche Ausstellungen, kleinere Messen und Empfänge statt. An dem belebten Ort mit viel Publikumsverkehr haben sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen insbesondere aus den Bereichen Energietechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Gesundheitswirtschaft niedergelassen. Die künstlerische Gestaltung des Wissenschaftsparks stammt von dem amerikanischen Lichtkünstler Dan Flavin. Die besondere Architektur soll in den Workshops aufgegriffen werden. Auf dem Weg zum Dritten Ort und rund um das Museum sollen der Blick und die Aufmerksamkeit der Kinder für die Kunst im öffentlichen Raum sowie die Gestaltung des öffentlichen Raumes durch Graffiti, Sticker und Street-Art geschärft werden. Hierdurch beschäftigen sich die Schüler*innen intensiv mit ihrem Stadtteil. Als Ergebnis könnten die entdeckten Besonderheiten um die Schule, das Museum und den Dritter Ort auf einer Karte festgehalten werden.
Stand: März 2021