FEININGER.

THE FAMOUS GERMAN ARTIST

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr

Stiftung Sammlung Zieger
Vernissage
06. März 2027 17:00 Uhr

Stiftung Sammlung Ziegler
im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
7. März – 20. Juni 2027

Mit rund 150 Gemälden, Aquarellen, Grafiken und Holzobjekten aus Museums- und Privatbesitz zeigt die Stiftung Sammlung Ziegler im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens eine große Überblicksausstellung zum Werk des deutsch-amerikanischen Künstlers Lyonel Feininger – die erste im Ruhrgebiet seit über 60 Jahren.
Lyonel Feininger – *1871 in New York, †1956 ebd. – kam mit sechzehn Jahren nach Deutschland, wo er an der Hamburger Gewerbeschule Zeichenunterricht erhielt und in Berlin die Königliche Kunstakademie besuchte. In den Folgejahren war er als freier Illustrator und Karikaturzeichner für verschiedene Zeitschriftenverlage tätig, bis er sich dann ab 1906 schrittweise von der Auftragsarbeit löste und als freischaffender Künstler etablierte.
Spätestens mit seiner Berufung 1919 zum Meister an das Bauhaus in Weimar zählte Feininger zu den bedeutendsten Künstlern Deutschlands. Seine kubistisch inspirierten Darstellungen der Ostseeküste und der Weimarer Umgebung haben sich durch die millionenfach reproduzierten Poster und Kalenderblätter nachhaltig ins kollektive Bildgedächtnis eingeschrieben.
Weit weniger bekannt sind heute die Karikaturen und jene Comiczeichnungen, die Feininger 1906 über den Atlantik schickte und die ihn, den Amerikaner, in der Chicago Sunday Tribune als „The Famous German Artist" bekannt machten. Gleiches gilt für seine fantastisch-grotesken Figurenbilder und die aus Holz geschnitzten Spielzeugwelten, die mit ihrer expressiven Formensprache einen Kontrapunkt zu den prismatisch durchleuchteten Farbarchitekturen bilden.

Die Ausstellung zeichnet Feiningers künstlerischen Werdegang nach: vom Karikatur- und Comiczeichner im Berlin der späten Kaiserzeit über die Meisterjahre am Bauhaus bis zu seinem Spätwerk, das in den USA entstand. Seine Kunst war in Deutschland von den Nationalsozialisten als „entartet" diffamiert worden, sodass sich Feininger 1937 gezwungen sah, in seine alte Heimat zurückzukehren.

Im Überblick über das Gesamtwerk kristallisieren sich die bevorzugten Bildmotive heraus, die eine im Verschwinden begriffene Welt beschwören – altertümliche Segelschiffe, biedermeierlich kostümierte Figuren, Lokomotiven aus der amerikanischen Pionierzeit, verwinkelte Gassen und mittelalterliche Kirchen. In einem Brief an seine Frau bekannte Feininger, in der „Erinnerung und der Sehnsucht" zu leben und daraus „die Triebkraft zu allen tieferen Werken der Kunst" zu gewinnen.

Die Ausstellung führt die komplementären Entwicklungslinien zusammen, rekonstruiert die zeit- und werkübergreifende Auseinandersetzung mit bestimmten Bildmotiven und verfolgt die verschiedenen Pfade formaler Abstraktion, die im Figurentheater der Karikaturen und Comicstrips ihren Ursprung haben.

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