BLÜHENDE OASEN - Zwischen Natur und Nutzung
Werke aus der Sammlung Frank Brabant
Museum Haus Opherdicke, Holzwickede
Blühende Oasen versammelt Werke aus der Sammlung Frank Brabant, die sich jenseits des Figürlichen mit Landschaft, Stillleben und kultivierten wie überformten Natur- und Bildräumen beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen nicht Porträts oder individuelle Biografien, sondern Bildwelten, in denen Wachstum, Ordnung, Nutzung und Stille verhandelt werden. Die Ausstellung stellt damit noch einmal die Privatsammlung aus Wiesbaden ins Zentrum der Aufmerksamkeit, um die langjährige intensive Zusammenarbeit und wertschätzenden Austausch mit dem Sammler zu würdigen.
Die gezeigten Arbeiten reichen von klassischen Landschaftsdarstellungen über Stillleben als konzentrierte Bildräume bis hin zu Industrie- und Infrastrukturlandschaften, in denen Natur nur noch fragmentarisch oder ironisch präsent ist. „Oase“ meint hier weniger den idyllischen Rückzugsort als vielmehr einen Ort der Setzung: einen Raum, der gestaltet, arrangiert oder funktionalisiert wurde – sei es durch menschliche Hand, künstlerische Komposition oder industrielle Eingriffe.
Neben ausgewählten Highlights der Sammlung legt die Ausstellung bewusst Wert auf weniger bekannte Positionen. Gerade diese tragen wesentlich zum Charakter der Sammlung Frank Brabant bei, die sich nicht über kanonisierte Namen definiert, sondern über ihre Vielfalt, ihre Entdeckungen und ihren dialogischen Blick auf unterschiedliche künstlerische Handschriften. Bekanntes und Unbekanntes stehen gleichberechtigt nebeneinander und eröffnen neue Lesarten vertrauter Bildthemen. So entsteht ein vielschichtiges Panorama von Natur als Bildidee: mal still und konzentriert, mal üppig, mal distanziert oder gebrochen. Blühende Oasen lädt dazu ein, Landschaft und Stillleben nicht als zeitlose Genres zu begreifen, sondern als Spiegel kultureller Vorstellungen, ästhetischer Entscheidungen und historischer Zustände – zwischen Blüte, Stillstand und industrieller Prägung.