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Maik und Dirk Löbbert

Hochlarmark bleibt in Bewegung

Recklinghausen

Ferdinand Ullrich © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Nach seiner Stilllegung 1988 wurde das 8,4 Hektar große Gelände der Zeche Recklinghausen II ab 1999 in einen Stadtteilpark mit weitläufigen Grünflächen, Spielplätzen und einem Bike- und Skatepark umgewandelt. Im Zentrum dieses Parks, der über die sogenannte Drachenbrücke mit dem Landschaftspark Hoheward verbunden ist, liegt die ehemalige Maschinenhalle des Schachtes Konrad Ende mit dem dazugehörigen Förderturm.
Dieser ist nicht nur aufgrund seiner Konstruktionsweise der Kategorie »Deutsches Strebengerüst« mit vier nebeneinander angeordneten Seilscheiben ein Einzelstück, sondern fällt auch durch seine Illumination ins Auge. In der Dunkelheit erstrahlt vom Förderturm ein grünes Licht, das über den Stadtteil Recklinghausen-Hochlarmark hinaus zu sehen ist. Zu verdanken ist dies dem 2002 von der Stadt Recklinghausen im Rahmen des NRW Landesprogramms »Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf« ausgelobten Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des Stadtteils Hochlarmark. Aus dem Wettbewerb gingen Maik und Dirk Löbbert mit ihrer dynamischen Lichtskulptur als Gewinner hervor. Für ihr Werk markierten die Brüder die zwei äußeren Seilscheiben des Förderturms, einschließlich der Speichen mit grünem Neonlicht. Durch rhythmisches Ein- und Ausschalten der einzelnen Speichen wird eine Bewegung simuliert: Die Seilscheiben des Förderturms scheinen sich wieder zu drehen. Mit ihrer Skulptur schaffen die Künstler ein weithin sichtbares Zeichen – ähnlich der Landmarken in der Region –, das eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart schafft. Die Räder des Fördergerüstes stehen zwar still, doch die durch das Licht suggerierte Bewegung deutet darauf hin, dass hier trotzdem kein Stillstand herrscht. Gewidmet ist die Lichtinstallation dem Großvater der Künstler, einem ehemaligen Bergmann. Die Brüder Löbbert, beide im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen, arbeiten seit 1985 zusammen und beschäftigen sich in ihren Werken meist mit dem Ausstellungsort und dessen Geschichte wie auch mit der Wahrnehmung des Betrachters. Oftmals durchbrechen sie mit ihrer Kunst die gewohnte Wahrnehmung der Umgebung oder Architektur, indem sie vertraute Dinge, die Teil der Umgebung sein können, in einen anderen Kontext stellen oder die Architektur selbst verändern. Ihre Gegenstände oder Materialien reichen hierbei von Lampen, Tapeten oder Teppichen bis hin zu Wasser oder Rotwein.

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