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Raffael Rheinsberg

Eine andere Generation

Recklinghausen

Ferdinand Ullrich © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Raffael Rheinsberg hat als Ergebnis eines Kunst-am- Bau-Wettbewerbs des Landes Nordrhein Westfalen in der Westfälischen Hochschule Recklinghausen ein Kunstwerk installiert, das aus 40 einzelnen Objekten – gleichartigen, schwarzen Gummielementen – besteht.
An einer Sichtbetonwand im Foyer des Hochschulgebäudes ließ er die runden, scheibenförmigen Elemente in fünf Reihen mit jeweils acht Einzelobjekten befestigen. Jedes dieser Objekte ist mit drei Löchern ausgestattet, von denen zwei im oberen Bereich liegen und eins etwa mittig. Bei aller Gleichartigkeit sind die 40 Elemente doch im Detail sehr unterschiedlich. Rheinsberg ist ein »Spurensucher«. Er beschäftigt sich mit der Suche nach Dingen der Geschichte, die er durch Sammeln und Wiederverwerten in einen neuen künstlerischen Zusammenhang setzt. So hat er die Gummi-Objekte, die durch die Lochpositionen wie Masken mit Augen und Mund wirken, auf den Färöer-Inseln den dort ansässigen Fischern abgekauft. In der Fischerei dienten sie zum Beschweren der Fangnetze. Die Gummielemente sind recycelte Gegenstände. Ursprünglich waren sie Bestandteil der Reifen von Kippladern aus den dortigen Granit-Steinbrüchen. Eine zu geringe Profiltiefe, die nun die individuelle Gestalt der Wandelemente kennzeichnet, war der Grund für ihre Ausmusterung. So führte ein mehrfacher Recyclingvorgang zu den »Masken« und zur Kunst. Eine solche, gleichsam archäologische Spurensicherung schafft nicht nur eine neue Ästhetik, sondern zugleich eine neue Ikonografie, die sich dem Präsentationsort des Werks verdankt. Eine andere Generation deutet auch auf die an diesem Ort gelehrten Fächer hin: Materialtechnik und Chemie. Die Dinge kehren zurück an ihren geistigen Entstehungsort.

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