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Gelsenkirchen

Kunstmuseum Gelsenkirchen

Die Gemäldesammlung des Kunstmuseum Gelsenkirchen ist im besten Sinne repräsentativ und zeichnet in seinem Rundgang die deutsche Kunstgeschichte seit Anbruch der Moderne nach. Einzigartig aber ist vor allem die Präsentation kinetischer Kunstwerke, die mit verwandten Werken aus Lichtkunst und Op-Art nicht nur unter den RuhrKunstMuseen herausragt.

 

Kinetische Kunst – Kunst, die sich bewegt

Nicht nur wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte der erste Weg bei einem Besuch des Kunstmuseums Gelsenkirchen in das leicht abgedunkelte Untergeschoss führen. Hier können die gezeigten Kunstwerke teilweise direkt bewegt und begriffen werden. Nirgendwo sonst wird der Einzug von Mechanik und Motorisierung in die Kunst so deutlich.

Sind Berührungsangst und Scheu vor dem erhabenen Kunstwerk erst einmal abgelegt, kann hier schnell eine Stunde vergehen, in der man sich auf einer zwei Meter hohen, mit fluoreszierender Farbe gestrichenen "Schattenwand mit Blitzelektronik" von Konrad Lueg verewigt oder sich über eigenartige Seherfahrungen an Wolfgang Ludwigs schwarz-weißer "Kinematischer Scheibe" oder Kunos Gonschiors psychedelischen Fliegenpilz "Rundkonvex Rot-Grün-Violett" austauscht. Andere lauschen der je nach Lichteinfall unterschiedliche Tonfolgen produzierenden 3-Meter-Klangsäule von Peter Vogel oder lassen sich durch Peter Seglers prismatisches Pastellfarbstrahlenspiel "Spin und Dreieck" hypnotisieren.

 

Von ZERO bis zu kuriosen Schätzen

Neben Werken der Düsseldorfer Gruppe ZERO (Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker) gibt es auch Arbeiten der im gesamten Ruhrgebiet beheimateten Gruppe B1 zu entdecken. So etwa die spielerischen Objekte Rolf Glasmeiers aus der Serie "Kaufhausobjekte" oder Lichtkunst von Günter Dohr.

Absolutes Lieblingswerk der Gelsenkirchener ist aber wahrscheinlich die leicht obszöne Käferskulptur namens "Spanische Fliege" von Kees Aafjes, die bei streichelnder Berührung ihr Wohlgefallen kundtut. Der Gegensatz von strengen Formexperimenten und spielerischen Assoziationsmaschinen prägt die Sammlungspräsentation immer wieder.

 

Auf der Suche nach dem Lieblingsbild

Im Obergeschoss fühlt es sich derweil an, als sei man zu Gast auf einer großen Kunstmesse: In der Gemäldegalerie des Kunstmuseum Gelsenkirchen findet jeder sein Lieblingsbild. Die exemplarische Ankaufspolitik der 1950er-Jahre führte dazu, dass heute in dichter Hängung von Max Liebermann bis Auguste Rodin, von Ernst Ludwig Kirchner über Alexej von Jawlensky bis Emil Nolde viele verschiedene Positionen gezeigt werden können. Auch die deutsche Kunst ab 1945 ist beispielsweise mit Konrad Klapheck und Gerhard Richter repräsentiert. Die Sammlung, die entlang des elegant über Treppen und Balkone geführten Wegesystems hängt, zeigt neben großen Namen aber auch weniger geläufige Künstler bis in die Gegenwart und macht das Haus gerade deswegen zum Entdeckungsraum für neugierige Kenner.

Einen weiteren Sammlungsschwerpunkt bildet das künstlerische Werk des in Gelsenkirchen geborenen Grafikers Anton Stankowski, der beispielsweise die Logos der Deutschen Bank und der Frankfurter Börse gestaltete. Das Museum besitzt zudem über 3.000 Arbeiten auf Papier, die in kleineren Ausstellungen im Grafikkabinett präsentiert werden. Dass das Museum in der Alten Villa wechselnde zeitgenössische Positionen zeigt, rundet den kostenlosen aber immer wieder wertvollen Besuch im Kunstmuseum ab.

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