MKM MUSEUM KÜPPERSMÜHLE FÜR MODERNE KUNST
ZWISCHEN KUNSTWERKEN UND CHOREOGRAFIEN
Wie Kunst in Bewegung gerät
Wie bewegt sich ein Kunstwerk? Kann eine Zeichnung tanzen oder eine Fotografie zu einer Szene werden? In zwei Ferienprojekten wurde das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg zum Bewegungsraum für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. In den Projekten Museum Moves und Pictures in Motion 2 begegneten die Teilnehmenden den Kunstwerken nicht nur betrachtend, sondern mit dem eigenen Körper. Gemeinsam mit Künstler*innen und Tanzpädagog*innen entstanden Bewegungen, Szenen und Choreografien mitten in den Ausstellungsräumen.
© Robin Hückstädt
Vom Bild zur Bewegung
Ausgangspunkt der Workshops waren Werke der Sammlung und die besondere Architektur des Museums. Die Kinder betrachteten Zeichnungen, Fotografien und großformatige Arbeiten. Sie beschrieben Farben, Formen und Stimmungen und fragten sich: Wie fühlt sich dieses Kunstwerk an?
Aus diesen Beobachtungen entstanden erste Bewegungsfolgen und Improvisationen. Die Kinder experimentierten mit Tempo, Rhythmus und verschiedenen Bewegungsqualitäten. Mal entstanden schnelle, kraftvolle Sequenzen, mal ruhige und fließende Abläufe. Einige arbeiteten sehr spontan, andere entwickelten Bewegungen aus kleinen Gesten oder Haltungen heraus. So entstanden Schritt für Schritt eigene körperliche Antworten auf die Kunstwerke.
Gemeinsam eine Choreografie entwickeln
Mit Übungen aus Tanz- und Theaterpädagogik erkundeten die Kinder den Raum und ihren eigenen Körper. Warm-ups, Kreistänze, Bewegungssequenzen und kleine Präsentationen halfen dabei, Hemmungen abzubauen und sich gegenseitig kennenzulernen. Aus einzelnen Bewegungen entstanden nach und nach größere Szenen.
Obwohl sich viele Kinder vorher nicht kannten, entwickelte sich innerhalb weniger Tage eine gemeinsame Performance aus ganz unterschiedlichen Ideen. Die Teilnehmenden hörten einander zu, probierten Bewegungen aus, verwarfen manches wieder und entwickelten Szenen weiter. Dabei wuchs nicht nur die Choreografie, sondern auch das Gruppengefühl. Gerade dieser Prozess wurde für viele zum wichtigsten Teil des Workshops.
© Robin Hückstädt
Tanzen zwischen Kunstwerken
Gearbeitet wurde direkt in den Ausstellungsräumen. Die Gruppe tanzte, improvisierte und probte zwischen Besucher*innen und Kunstwerken. Am Anfang kostete es für manche Überwindung, sich mitten im Museum zu bewegen. Doch genau das machte den besonderen Reiz aus. Die Kinder erlebten die Kunstwerke nicht auf Distanz, sondern direkt im Raum und in Bewegung.
Zum Abschluss präsentierten die Teilnehmenden ihre Tanztheaterperformance live im Museum. Foto- und Filmaufnahmen hielten die entstandenen Choreografien fest und machten sichtbar, wie unterschiedlich die Ideen der Gruppe geworden waren.
© Robin Hückstädt
Kunst anders erleben
Die Projekte zeigten, wie Tanz, Theater und bildende Kunst zusammenkommen können. Kunst wurde nicht nur betrachtet, sondern ausprobiert, bewegt und gemeinsam weiterentwickelt. Das Museum wurde zu einem Ort, an dem die Kinder eigene Ideen entwickeln und erleben konnten, dass Kunst auch etwas mit ihnen selbst zu tun hat.