ZENTRUM FÜR INTERNATIONALE LICHTKUNST UNNA

WENN LICHT ZU THEATER, KLANG UND BEWEGUNG WIRD

Drei Wege durch die Lichtinstallationen
Licht kann bewegen, Licht kann klingen, Licht kann zur Bühne werden. Im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna entdeckten Schüler*innen unterschiedlicher Schulformen, wie vielfältig der kreative Umgang mit Lichtkunst sein kann. Drei parallele Projekte zeigten: Der Zugang zur Kunst ist so individuell wie die Menschen, die sie erleben.



Theater im Licht
Schüler*innen des Ernst-Barlach-Gymnasiums widmeten sich dem Projekt "Licht – Bewegung – Theater". Die Teilnehmenden und die Lehrkraft wünschten sich einen Schwerpunkt auf Performance und Theater – Bereiche, die im regulären Unterricht oft zu kurz kommen. Die Jugendlichen wählten in Kleingruppen jeweils eine Rauminstallation aus der Sammlung und verknüpften sie mit einer intensiv empfundenen Emotion. Diese wurde zur Grundlage für performative Interpretationen.

Nach theaterpädagogischen Übungen und einer vertiefenden Führung ging es ans Werk: Die Schüler*innen arbeiteten aktiv mit und in den Installationen, nutzten Pfeifenputzer, Tücher, Schwarzlichtlampen und Schwarzlicht-Schminke. Die Kunstwerke wurden zu räumlichen Kulissen für ihre Performances. Der kreative Prozess blieb bewusst offen. Dadurch entstanden neben den Performances auch Videos, Bilder und Objekte, die am Abschlusstag in einer internen Präsentation gezeigt wurden.

Für viele Schüler*innen war es eine besondere Erfahrung, ihre Komfortzone zu verlassen und den eigenen Körper als Gestaltungsmittel einzusetzen. Sie lernten, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern als etwas Erfahrbares und Mitgestaltbares zu begreifen.


 

Von Bild zu Klang zu Bild
Einen anderen Ansatz verfolgten die Workshops „Licht – Bewegung – Klang“ mit Schüler*innen der Karl-Brauckmann-Förderschule, Kindern der Initiative WeltOffen sowie drei Gruppen des Werkstatt-Berufskollegs Unna. Im Mittelpunkt stand dabei die klangliche Transformation von Kunstwerken.

Ausgangspunkt waren hier ebenfalls ausgewählte Werke aus der Sammlung. In Gruppenarbeit entwickelten die Teilnehmenden eigene Tonspuren. Als Klangmaterial dienten einfache Instrumente wie Rasseln und Triangeln, aber auch Alltagsgegenstände wie Papier und Alufolie sowie der eigene Körper wurden durch Klatschen, Stampfen oder Schnipsen genutzt, um Klänge zu erzeugen. Diese wurden mit wiederbespielbaren Sound-Buttons festgehalten, die später per Knopfdruck abgespielt werden konnten.

Damit war das Projekt noch nicht vorbei. Die Toncollagen dienten als Grundlage für eine Rückübersetzung. Die Klänge wurden mit Wolle, Naturmaterialien, Farben und Leinwänden wieder in visuelle Arbeiten transformiert. Dieser wechselseitige Gestaltungsprozess zwischen Kunstwerk, Ton und Bild war besonders wertvoll, er ermöglichte kreativen Ausdruck völlig unabhängig von sprachlichen Fähigkeiten. Wo Worte fehlten, halfen Klänge, Farben und Bewegungen. Wortbildkarten und Piktogramme unterstützten die Verständigung, doch die eigentliche Kommunikation fand über die Kunst selbst statt.



Lichtgraffiti im Museum
Das dritte Projekt "Licht – Bewegung – Klang | Lichtmalerei" setzte auf einen spielerischen Zugang: Eine Ausbildungsvorbereitungsklasse und achtjährige Kinder der Initiative WeltOffen, die gemeinsam mit einem Elternteil teilnahmen, übersetzten ihre Eindrücke in Lichtgraffiti. Mit Knicklichtern, Taschenlampen und Lichterketten als gestalterische Werkzeuge entstanden leuchtende Kunstwerke im Raum.
Die kreative Arbeit vertiefte das Verständnis für Farben und deren Wirkung und erweiterte spielerisch den Wortschatz. Vor allem aber erfuhren die Teilnehmenden das Museum als aktiven Lern- und Erlebnisraum – nicht als passiven Ort der Betrachtung, sondern als Raum für eigenes gestalterisches Handeln.


 

Individuelle Wege, gemeinsame Erfahrung
Alle drei Projekte wurden an die Altersstufe, die geistige Entwicklung und das Sprachvermögen der Teilnehmenden angepasst. Die Kunstvermittlerinnen setzten unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, so fand jede Gruppe ihren eigenen Zugang zur Lichtkunst.

Ob durch Theater, Klang oder Lichtmalerei, alle Teilnehmenden erlebten Selbstwirksamkeit. Sie erfuhren, dass ihre Ideen sichtbar und hörbar wurden, dass sie Kunst nicht nur konsumieren, sondern aktiv mitgestalten können. Das Zentrum für Internationale Lichtkunst wurde so einmal mehr zum Ort, an dem Licht mehr ist als nur Beleuchtung: Es ist wird zum Medium, Inspiration und kreativem Spielraum zugleich.

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