KUNSTMUSEUM MÜLHEIM AN DER RUHR
KREATIVE TRANSFORMATIONEN
Das Museum zum Klingen bringen
Wie klingt eigentlich ein Kunstwerk? Und wie verwandelt sich ein Gemälde in eine Skulptur oder eine lebendige Szene? In drei innovativen Vermittlungsprojekten hat das Kunstmuseum Mülheim Antworten gegeben. Unterschiedlich in Zielgruppe und Format, verbunden durch ein gemeinsames Thema: kreative Transformation. Zwischen Malerei, Musik, Theater und Skulptur entstanden Prozesse, die nicht nur beeindruckende Werke hervorbrachten, sondern auch Gemeinschaft, Selbstvertrauen und neue Perspektiven stärkten.

Mit den Ohren sehen lernen
Im Ferienworkshop Wie klingt das Museum? machten sich 15 Kinder im April auf eine besondere Entdeckungsreise: Gemeinsam mit dem städtischen Jugendzentrum Café Fox, das sich seit Jahren für offene Bildungsarbeit einsetzt, verwandelten sie das Kunstmuseum in einen Klangraum. Ausgangspunkt waren Werke aus der Ausstellung „Sammlung+“. Mit Body Percussion, Stimme, Instrumenten und viel Fantasie entstanden Klangbilder, die die Werke musikalisch interpretierten. Parallel dazu wurden mit Malerei, Gips, Draht und Recyclingmaterialien farbgewaltige Werke geschaffen.

Langzeitprojekt mit Tiefgang
Mit dem Kunst-Medien-Kurs der Otto-Pankok-Schule begann im Juni ein längeres Kooperationsprojekt. In wöchentlichen Workshops erarbeitete eine Gruppe aus 25 Schüler*innen ausgehend von dem Werk „Apotheose des Trümmer-Migof“ eine vielschichtige Annäherung an das Werk Bernhard Schultzes, mit Fokus auf theatrale, körperliche und experimentell-malerische Prozesse. Mit Übungen zur Wahrnehmung, bildnerischem Spiel und der Umformung von zweidimensionaler in dreidimensionale Kunst näherten sich die Jugendlichen den Fragen: Was löst ein Kunstwerk in mir aus? Wie kann ich es in Pose, Form und Raum übersetzen? Die Ergebnisse: vielfältig, expressiv und überraschend. Der Prozess war kollaborativ und förderte neben der künstlerischen Ausdrucksfähigkeit auch das Miteinander. Die heterogene Gruppe fand über die Kunst zu einer gemeinsamen Sprache, Freundschaften entstanden. Höhepunkt war eine selbst kuratierte Ausstellung mit einer großen Ausstellungseröffnung am 6. September 2025 im Projektraum des Museums.

Nachhaltig kreativ!
Im Juli drehte sich alles um Natur und Kunst. In der Kunstwerkstatt Natur & Kunst experimentierten Kinder zwischen 8 und 12 Jahren mit Farben aus Erde, Blättern und Pigmenten, entwickelten Recyclingideen und gestalteten Werke rund um Natur und Nachhaltigkeit. Spielerisch näherten sie sich mit erzählerischen und theaterpädagogischen Methoden dem Thema Natur in der Kunst und erkundeten die Ausstellung „Im Garten der Kunst“ der Stiftung Sammlung Ziegler. Die eigene Ausstellung am Ende der Woche zeigte nicht nur die Ergebnisse, sondern auch den Stolz und die Fantasie, mit der die Kinder bei der Sache waren. Ihre fantasievollen Werke präsentierten sie am Ende der Woche für Familie und Freunde.

Fazit: Kunst bewegt – wenn man sie lässt
Die drei Projekte zeigen: Kunstvermittlung kann mehr sein als nur Betrachten. Sie kann berühren, stärken, inspirieren vor allem, wenn sie an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen anknüpft und ihnen Raum lässt, eigene Ausdrucksformen zu finden.
Die gemeinsame Abschlusspräsentation am 6. September im Projektraum des Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr gaben diesen Stimmen einen gebührenden Platz. Die Ausstellung „RuhrKunstbewegt“ ist noch bis zum 16. November 2025 zu sehen. Sie macht deutlich: Kunst gehört allen. Und beginnt dort, wo junge Menschen sie erleben dürfen.