FLOTTMANN-HALLEN HERNE
KREATIVE EROBERUNG DES RAUMS
Im Dialog mit der Kunst
Im Skulpturenpark an den Flottmann-Hallen in Herne befinden sich, frei zugänglich, 22 Skulpturen. In Kooperation mit der Jugendförderung der Stadt Herne wurden sie in einem besonderen Workshop-Format zur Inspiration für Jugendliche, die fünf Tage lang den Skulpturenpark in ihr kreatives Labor verwandelten.
Drei Wege, eine Vision
Drei parallellaufende Workshops boten unterschiedliche Zugänge zur Kunst. Unterstützend half hierbei ein Methodenpool aus theater-, musik- und tanzpädagogischen Übungen. Jede*r konnte so einen eigenen Weg durch den kreativen Prozess finden.

Vom Foto zur Malerei
Im ersten Workshop wurde der Skulpturenpark zunächst durch die Kamera entdeckt. Unter fachlicher Anleitung lernten die Teilnehmenden durch analoge und digitale Fotografie Form, Körper und Raum bewusst wahrzunehmen. Die entstandenen Fotos waren nur der Ausgangspunkt für die weitere künstlerische Arbeit. Sie wurden digital bearbeitet, abstrahiert und per Beamer auf Leinwände projiziert. Die Projektionen bildeten die Grundlage für individuelle malerische Umsetzungen. Mit Acrylfarben, Gouache und Sprühdose, in Spachteltechnik, mit Stencils oder als Collage entstanden völlig neue Interpretationen der Skulpturen. Das freie Experimentieren mit Materialien und Bildsprache öffnete völlig neue Erfahrungsräume.
Geschichten im Park
Im zweiten Workshop entstanden direkt vor Ort Hörspiele. Die Jugendlichen setzten sich kreativ mit Sprache, Stimme und Audiotechnik auseinander und entwickelten Figuren und einen Plot, der im Skulpturenpark der Flottmann-Hallen spielte. Vom kreativen Schreiben über das Sprechen bis hin zu Aufnahme, Regie und Schnitt, sie übernahmen alle Produktionsschritte selbst. Geprobt und aufgenommen wurde zwischen den Skulpturen, um möglichst authentisch in die selbst erdachten Welten einzutauchen. Die Rohfassung entstand am vierten Tag, um am fünften Tag letzte Änderungen vornehmen zu können. Am Ende entstanden 5-8-minütige Hörspiele, die den Park akustisch neu erlebbar machten.

Die 23. Skulptur
Im dritten Workshop ging es um einen fiktiven Auftrag: die Entwicklung einer „23. Skulptur“ als Prototyp für den Park der Flottmann-Hallen. Unter dem Motto „Heldinnen von morgen“ bauten die Jugendlichen in Teams aus einem vielfältigen Fundus von Gebrauchsgegenständen, Reststoffen und Bauteilen ihre eigenen dreidimensionalen Kunstwerke. Verschiedene Techniken wurden ausprobiert. Es wurde geschraubt, gebohrt und geklebt, auch Bauschaum und Panzertape kamen zum Einsatz. Wenn etwas nicht funktionierte, suchten die Gruppen gemeinsam nach neuen Lösungen. Die fertigen Exponate wurden später raumgreifend im Ausstellungsraum der Flottmann-Hallen arrangiert.
Großer Auftritt
Nach fünf intensiven Arbeitstagen wurden alle Ergebnisse in einer gemeinsamen Abschlusspräsentation für Eltern, Geschwister und Freunde in den Flottmann-Hallen gezeigt. Und wer übernahm Programm, Moderation und Technik? Die Jugendlichen selbst! So stärkten sie dabei nicht nur ihre kreative Ausdrucksfähigkeit, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein.

Kunst ohne Grenzen
Das Projekt zeigte, dass Kreativität sich nicht in Schubladen stecken lässt. Fotografie führte zur Malerei, der Skulpturenpark wurde zur Hörspiel-Kulisse, aus Reststoffen entstanden Skulpturen. Wenn Jugendliche die Freiheit bekommen, ihre eigenen Ausdrucksformen zu finden, entstehen Verbindungen zwischen den Künsten, die niemand vorhergesehen hätte.