KUNSTHALLE RECKLINGHAUSEN

DAS DISPLAY – KUNST VERWANDELT RAUM

Ein partizipatives Kunstprojekt zum Jubiläum der Kunsthalle Recklinghausen

Zum 75-jährigen Bestehen der Kunsthalle Recklinghausen wurde im Frühjahr 2025 nicht nur gefeiert, sondern vor allem gestaltet: Im Rahmen des Projekts „Display“ setzten sich rund 350 Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Schulformen kreativ mit Kunst, Ausstellungsgestaltung und Bühnenbild auseinander. Begleitet von zwei Kunstpädagoginnen und einem Tänzer und Performance-Künstler entstanden Zeichnungen, Bühnenbilder, Choreografien und Inszenierungen, die sich gegenseitig ergänzten und in der Projektlaufzeit weiterentwickelten.

Ausgangspunkt war die Jubiläumsausstellung der Kunsthalle, die Werke aus der Sammlung zeigten – viele davon erstmals seit Langem wieder öffentlich. In den Workshops drehte sich alles um die Frage: Wie kann Kunst inszeniert und neu gedacht werden?

Vom Podest zur Performance

Anschließend traf in einem Leerstand in der Recklinghäuser Innenstadt kulturelle Bildung auf urbanen Raum. Nach und nach füllte sich das Ladenlokal mit den vor Ort erschaffenen Kunstwerken. Die Teilnehmenden arbeiteten mit vielfältigen Materialien: Bambus, Papier, Malfarben, Holzstäbe – alles wurde genutzt, um eigene Werke zu erschaffen. Besonders spannend: Die Ergebnisse der Gruppen – von Grund- und Förderschüler*innen bis zu Jugendlichen aus Internationalen Vorbereitungsklassen – bauten aufeinander auf. Was die einen begannen, führten die anderen weiter.

So entstand etwa ein kuratiertes Podest mit Kunstwerken, das später zum Bühnenbild einer Tanzperformance wurde. Gemeinsam mit einem Performance-Künstler entwickelten die Jugendlichen eine Choreografie, die sich an Formen und Farben der Objekte orientierte. Diese wurde zunächst filmisch festgehalten und im Videoschnitt bearbeitet – als selbstbestimmter Ausdruck der Jugendlichen – und später von einem professionellen Tänzer live interpretiert.

Lernen durch Gestalten

Ob kuratorische Entscheidungen oder performative Umsetzung – im Mittelpunkt stand die Erfahrung, selbst künstlerisch tätig zu sein. Die Kinder lernten, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern aktiv mitzugestalten: Welche Wirkung hat ein Arrangement? Wie verändert sich ein Raum durch Kunst? Und wie kann Bewegung Teil einer Ausstellung werden?

Die Arbeit an eigenen Werken und der Austausch in der Gruppe stärkten nicht nur Kreativität, sondern auch soziale Kompetenzen, Ausdrucksfähigkeit und Selbstbewusstsein. Gerade für die Jugendlichen der IOK war die performative Arbeit eine wertvolle Möglichkeit, sich jenseits von Sprache auszudrücken und Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft zu entwickeln.

Ausstellung als Höhepunkt

Am 8. März 2025 mündete das Projekt in einer öffentlichen Präsentation in einem angemieteten Ladenlokal. Die jungen Teilnehmer*innen zeigten ihre Werke – als Teil einer großen, gemeinsamen Inszenierung. Für viele war das ein besonderer Moment: Das eigene Kunstwerk sichtbar machen, Teil eines größeren Ganzen sein – und erleben, wie aus vielen Einzelideen ein kollektives Kunstprojekt entsteht.

„Display“ hat gezeigt, was passiert, wenn Kinder und Jugendliche ernst genommen werden als Gestalter*innen von Kunst. Und es hat bewiesen: Kollaboration, Kreativität und Vertrauen schaffen Räume, in denen neue Formen von Teilhabe entstehen.

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