"Der Alltag von Menschen mit Demenz ist meist geprägt von Angeboten, die Betreuungscharakter haben. Nur selten geht es um wirklichen Dialog oder ein sich gegenseitig bereicherndes Miteinander. Damit, dass sie einen Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Leben leisten können und wollen, wird erst recht nicht gerechnet."
(Sybille Kastner, Lehmbruck Museum, Duisburg)
Als sich 2010 anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 20 Kunstmuseen in 15 Städten zu den RuhrKunstMuseen zusammenschlossen, war es beschlossene Sache: Die international bedeutenden Kunstschätze des Reviers sollen umfänglich, und das heißt, für Besucher jeden Alters, mit und ohne Handicap, zugänglich sein. Drin steckt der Anspruch, dem Wandel einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft gerecht zu werden. Inklusiv, kulturen-, religions-, generationsübergreifend.
Die Herausforderung: Wenn die Apfelsinen im Kleiderschrank liegen und Oma/Opa ins Museum gehen. Die RuhrKunstMuseen rückten den demografischen Wandel der Gesellschaft ins Rampenlicht. Was etwa heißt es, ein barrierefreies Museum zu installieren? Wie könnten Kunstbegegnungen aussehen, die speziell auf den alternden Menschen abgestimmt sind? Man hatte die Bedeutung kultureller Teilhabe für den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf dem Schirm: Wir, das gilt immer. Selbst wenn sich das Leben verändert, die Erinnerung schwindet, die Worte dem Menschen weglaufen. Altern und Demenz wurden zum Thema auf musealem Parkett.
Nicht nur neue Vermittlungsformate mussten dafür her. Insbesondere auch die eigene Routine klassisch-kunsthistorischer Wissensvermittlung kam auf den Prüfstand. Schließlich kann die besondere Wahrnehmung von Menschen mit Demenz als Chance begriffen werden, einen Perspektivwechsel anzustoßen: vom Kunstvermittler zum Moderator. Sinnlichkeit, Emotion und ergebnisoffenes Kunst-Gucken hießen die Anker neuartiger Erlebnisstrategien. Auf breiter Front entstand ab 2014 unter der Leitung des Duisburger Lehmbruck Museums in Kooperation mit dem Demenz-Servicezentrum Westliches Ruhrgebiet und der Selbsthilfegruppe "Dementi" das Angebot RuhrKunstMuseen: "Sinnlich erleben" im Rahmen des Bundesmodellprogramms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz".
Inzwischen haben zwölf RuhrKunstMuseen besondere Angebote auf der Agenda. Die Betroffenen dort abholen, wo sie stehen, das Erlebnis bereichernder Momente ermöglichen, eine gute Zeit im Museum haben, lautet die Devise. Besonders sinnesorientierte Formate, die nicht ausschließlich auf Sprache, viel aber auf die persönliche Zuwendung setzen, sind das Fundament der spezialisierten Kunstvermittlung. Getragen wird die Allianz für Demenz von der Überzeugung der RuhrKunstMuseen, dass die kognitive Beeinträchtigung von Menschen nicht die Fähigkeit zu kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe beeinträchtigt. Grundsätzlich gilt: Die besondere Perspektive von Menschen mit Handicap ist eine Bereicherung gemeinsamer Welt.
HIER gibt es den Flyer zum Download.
Informationen zu den Programmen erhalten Sie bei den einzelnen Museen:
Kunstmuseum Bochum
T +49 (0) 234.91 04 230
E-Mail
Josef Albers Museum Quadrat Bottrop
T +49 (0) 2041.29 716
E-Mail
Lehmbruck Museum, Duisburg
T +49 (0) 203.28 32 195
E-Mail
Museum Folkwang, Essen
T +49 (0) 201.88 45 444
E-Mail
Kunstmuseum Gelsenkirchen
T +49 (0) 209.16 94 130
E-Mail
Gustav-Lübcke-Museum Hamm
T +49 (0) 2381.17 57 03
E-Mail
Emschertal-Museum Herne
T +49 (0) 2323.16 222 388
E-Mail
Flottmann-Hallen Herne
T +49 (0) 2323.16 29 56
E-Mail
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
T +49 (0) 208.45 54 171
E-Mail
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen
T +49 (0) 208.41 24 928
E-Mail
Kunsthalle Recklinghausen
T +49 (0) 2361.50 19 35
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Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna
T +49 (0) 2303.103770
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weitere Museen in der Region:
Museum Schloss Moyland
+49 (0) 2824.9510 68
E-Mail
Leder und Gerber Museum Mülheim
+49 (0) 208.302 10 70
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Kunstmuseen Krefeld
+49 (0) 2151.97558 112
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Deutsches Bergbau Museum Bochum
+49 (0) 234.5877 126 (außer montags)
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