Kunstmuseum Gelsenkirchen
Update #12 – Kreatives Wahrnehmen
Kreatives Wahrnehmen
Das Kunstmuseum Gelsenkirchen kooperierte mit der Gemeinschaftsgrundschule Wiehagenschule und dem Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Im Mittelpunkt aller Workshops stand die Idee, Museum, Schule, Dritten Ort und Stadt multisensorisch wahrzunehmen. Die Schüler:innen erforschten und erkundeten die unterschiedlichen Räume und Orte, entdeckten diese über die vier Hauptsinne: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen. Die Methoden standen in enger Verknüpfung zur Sammlung des Kunstmuseum Gelsenkirchen und ermöglichten den Kindern am Ende einen erweiterten Blick auf dessen Exponate.
Die Kinder und Erwachsenen lernten sich online kennen. Für die Kunstvermittlung im Lockdown drehte das Museum kurze Videos mit dem Titel "Schau mal Kunst". Einzelne Werke der Sammlung wurden spielerisch vorgestellt und erläutert. Zu jedem Kunstwerk gab es eine kleine Mitmach-Aufgabe für die Schüler:innen, um sich mit dem Museum und seiner Sammlung vertraut zu machen.
Nachdem analoge Treffen möglich waren, starteten die Kinder mit der Erkundung ihrer Umgebung. Sie beschäftigten sich mit ihrem eigenen Schulweg und achteten auf die Geräusche, die ihnen begegneten. Diese wurden auditiv aufgenommen und anschließend zeichnerisch festgehalten. Der Sinn des Fühlens stand im Mittelpunkt bei den Treffen in der Schule. Dort gingen die Schüler:innen der Frage nach, welche Gegenstände die Schule zu einem Ort des Lernens machen. Die Umrisse dieser Gegenstände wurden mit farbigen Stiften auf Papier festgehalten. Im Wissenschaftspark Gelsenkirchen wurden Natur und Naturmaterialien untersucht. Mit verbundenen Augen erlebten die Schüler:innen den Ort durch ihren Geruchssinn und erfühlten die Strukturen einzelner Objekte. Im Anschluss fertigten sie Collagen aus Pflanzen, indem sie Naturmaterialien in Zeichenpapiere einrieben.
In den nächsten Workshops befassten sich die Kinder mit den Themen Urbanität, Architektur und Skulptur. Welche Materialien werden dort genutzt? Wie fühlt sich die Stadt im Gegensatz zur Natur an? Mit der grafischen Technik der Frottage rieben die Kinder städtebauliche Materialien ab, um diese auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit den Naturmaterialien zu untersuchen. Welche Gestaltungen begegnen uns im urbanen Raum? Skulpturen im öffentlichen Raum sowie Street-Art wurden kritisch hinterfragt. Die Schüler:innen machten mit selbsthergestellten Stickern und Graffiti aus Sprühkreiden Vorschläge zu Stadtverschönerungen. Die städtischen Lieblingsplätze wurden mit eigenen Wortcollagen ausgezeichnet.
Die letzten Termine fanden im Kunstmuseum Gelsenkirchen statt. Die Schüler:innen gingen der Frage nach, wie ein Museum funktioniert und wie Ausstellungen entstehen. Sie erstellten ihre eigenen kleinen Museumsmodelle und legten fest, welche Werke dort ausgestellt werden sollen. Persönliche Lieblingsgegenstände wurden mit ins Museum gebraucht und mit den Kunstwerken im Museum verknüpft. Finden sich die eigenen Gegenstände in den Kunstwerken wieder? Welche Gemeinsamkeiten haben die Gegenstände und die Kunstwerke?
Die Kunstvermittler:innen trafen sich je zehnmal mit unterschiedlichen Klassen der Wiehagenschule. Die kreativen Ergebnisse aller Schüler:innen wurden nach jedem Workshop klassenübergreifend im Foyer des Museums ausgestellt. Dabei vermischten sich die Arbeiten der einzelnen Gruppen und es entstand eine wachsende Ausstellung verschiedener Altersgruppen.