Museum Haus Opherdicke

Update #06 – BEWEGUNG BRINGT ALLES ZUSAMMEN

Bewegung bringt alles Zusammen

Das Vermittlungsangebot des Museum Haus Opherdicke in Holzwickede wurde mit Schüler:innen der Karl-Brauckmann-Förderschule im Museum, im hauseigenen Skulpturenpark, in der Schule und am Dritten Ort, den Heimatstuben, durchgeführt. Den Kunstvermittlerinnen war es ein besonderes Anliegen, sich an den Wünschen und Vorlieben der Schüler:innen zu orientieren und in einem langfristigen Projekt mit nur einer Schule zu kooperieren. Zentrales Motiv aller Workshops war die Beschäftigung mit Körpern, deren Haltungen und Bewegungsabläufen in Werken des Museums, in Darstellungen der Arbeitswelten in den Heimatstuben und in technischen sowie künstlerischen Herstellungsprozessen.

 

Die Förderschüler:innen im ersten Projektdurchlauf setzten sich, ausgehend von Werken der Ausstellung „Rolf Schlegel – Die Versöhnung von Mensch und Natur“, mit unterschiedlichen Körperposen auseinander. Die Kinder des zweiten Durchlaufs lernten den Künstler Hermann Stenner kennen. Beide Gruppen untersuchten in den Ausstellungen mittels vielfältiger Medien und Methoden den Zusammenhang zwischen Bewegung und Farbe. Beim Besuch der Ausstellung zu Rolf Schlegel standen die Posen der abgebildeten Personen in den Gemälden im Fokus, aber auch der eigene Körper: Wie bewegen sich die Menschen in den Gemälden, wie die Besucher:innen in einem Museum? Welche Rolle spielt Farbe bei der Erzeugung von Bewegung und Dynamik? Im Museumspark wurden die Haltungen der Skulpturen in der Landschaft genau analysiert und nachgestellt. Wie lange kann man in der nachgeahmten Haltung ausharren? Wann schmerzt die Körperstellung? Welche Pose macht Spaß? Und kann man sich wirklich so verbiegen? Oder haben uns die Künstler:innen vielleicht Unmögliches vorgemacht? Die Haltungen wurden nicht nur mit dem eigenen Körper, sondern auch mit einer Gliederpuppe nachgeahmt und anschließend als Silhouetten auf weißes Papier übertragen. Die Kinder prüften die Wirkung der Farben auf die eigenen Gefühle. Mit der Gliederpuppe wurden nun freie Haltungsformen nachgestellt, die eine deutliche Bewegungssteigerung zeigten. Diese Silhouetten übertrugen die Schüler:innen abermals auf Papier, jedoch sollte eine passende Papierfarbe gewählt werden, die den Zusammenhang von Haltung und Gefühl betont. In Kurzpräsentationen begründeten die Kinder die Wahl der Farbe und der Haltung. 


Anschließend zerlegten die Schüler:innen die bunten Silhouetten, um aus den Fragmenten collageartig neue Form- und Bewegungsdarstellungen zu entwickeln. Die Kinder, die nach den Sommerferien 2021 am Projekt teilnahmen, ahmten die Körperhaltungen beruflicher Tätigkeiten nach. Welche Haltung nimmt ein Schmied während des Arbeitens ein, welche ein Bauer beim Pflügen, welche ein Schuhmacher? Die Eindrücke wurden in Skizzen, Zeichnungen und Tonmodellen festgehalten. Im Museumspark wurden die gelernten Bewegungen wiederentdeckt. Wie auch die Schüler:innen der ersten Gruppe überprüften die Kinder das Zusammenwirken von Bewegung und Farbe. Wann wirkt eine Bewegung leicht, wann schwer? Welche Farbe steigert Freude, welche Bedrohung einer Bewegung? Gemeinschaftlich beschloss das Team eine große Skulptur zu realisieren. Durch die eigenen Erfahrungen und die Inspiration der Ausstellung waren alle Schüler:innen mutig zu experimentieren, sich auszuprobieren. Am Ende entstand eine einzige Gestalt, die für jeden etwas anderes bedeutete, obwohl alle die gleiche Figur sahen: für den einen treibt sie Sport, für den anderen führt sie einen Hund an der Leine aus. Nach der Fertigstellung wiesen die Schüler:innen ihrer gemeinsamen Figur unterschiedlichste Lebensläufe zu.

 

 

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