Emschertal-Museum Herne: Städtische Galerie
Update #14 – Mensch und Tier im Ruhrrevier
Mensch und Tier im Ruhrrevier
Das Emschertal-Museum Herne war mit den Kindern des Vereins Sunrise-Ruhr e.V. und der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet "tierisch" on tour. Sunrise betreut 35 Schüler:innen außerhalb des Unterrichts, um deren gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die Biologische Station ist eine Einrichtung für den Naturschutz mit intensiver Bürgerbeteiligung und vereint verschiedene Umwelt- und Naturschutzverbände unter einem Dach.
Das gemeinsame Thema war Mensch und Tier im Ruhrrevier. In den Workshops, die vor allem am Nachmittag und in den Ferien stattfanden, ging es um Tiere sowie ihre historischen Bezüge zum Ruhrgebiet und zu den Menschen vor Ort. Impulsgebend waren verschiedene Tierdarstellungen des städtischen Kunstbesitzes und der kulturhistorischen Sammlung im Schloss Strünkede.
Schon während des Lockdowns ging es los – zusammen mit einer Videobotschaft der Vermittlerinnen des Emschertal-Museums wurden alle Sunrise-Kids mit ARTboxen ausgestattet. Diese waren gefüllt mit spannenden Kreativ-Materialien, Briefen an die Schüler:innen sowie frankierten Rückumschlägen. Einige Wochen später flatterte Vogelpost – Spatzen, Tauben und Kanarienvögel – von den Kindern zu Hause bunt geschmückt, zurück ins Museum.
Endlich konnte es auch vor Ort weitergehen! In den Workshops erkundeten die Kinder gemeinsam die (Urzeit)Viecher des Museums und den umgebenden Schlosspark. Im wilden Naturgarten der Biologischen Station wurden mit Kescher, Kamera und Skizzenbuch Tiere zu Wasser, zu Lande und in der Luft beobachtet. Mit bunter Merinowolle wurden die Eindrücke in Filz verewigt.
Im Heimatmuseum Unser Fritz erfuhren die Mädchen und Jungen Spannendes von Herner Wildpferden und dem letzten Grubenpferd. Sie lernten, warum Kanarienvögel wichtig für die Arbeit unter Tage waren und welche Bedeutung das Taubenzüchten für die Bergleute hatte. „Unter Druck“ entstanden dazu zahlreiche Grafiken mit dem springenden Pferd des Herner Stadtwappens, das an die uralte Wildpferdezucht im Emscherbruch erinnert.
Dann hieß es: Kunst im Park! Die Natur malt die schönsten Bilder! Die Kinder eroberten den Revierpark Gysenberg mit LandArt - Schaukeln, Bänke und Karussell wurden zu Naturkunstwerken und farbenfrohe Naturmandalas zierten Wiese, Wege und Sand. Für die stacheligen Parkbesucher bauten die Kinder Igelburgen und stellten sie versteckt im Wald auf. Dann ging es auf die Pirsch nach Igeln, Vögeln und Kaninchen bis hin zu Raupen und Spinnen. Inspiriert von den zarten Spinnennetzen bildete ein gemeinsames Happening den versponnenen Abschluss der Ferienaktion. Aus vielen gesammelten Wollknäulen entstand im Park zwischen den großen Bäumen ein Wollgespinnst in leuchtenden Farben. Mit Begeisterung verwebten die Kinder die Bäume und freuten sich, dass ihr Kunstwerk auch noch lange nach der Aktion für alle Parkbesucher:innen weithin sichtbar war.