Gustav-Lübcke-Museum Hamm

Einblick #06 – Die Stadt im Wandel

Die RuhrKunstMuseen befinden sich in der Konzeptionsphase für das neue Vermittlungsprojekt RuhrKunstUrban. 2021 starten die Workshops mit den Schulen und den Dritten Orten in den Städten des Ruhrgebiets. An dieser Stelle geben wir erste Einblicke in die Projekt-Vorbereitungen und die Vermittlungsarbeit der 21 RuhrKunstMuseen.

Die Stadt im Wandel

Ein paar Schritte vom Hauptbahnhof Hamm entfernt, hat das Gustav-Lübke-Museum seit 1993 seinen Standort. Die Geschichte des Museums geht zurück auf zwei im Jahr 1886 gegründete Vereine, den Mumien- und den Museumsverein, sowie auf die Schenkung des Kunst- und Antiquitätenhändler Gustav Lübke an die Stadt im Jahr 1917. Seit dieser Zeit wurden die vielfältigen Exponate an acht wechselnden Standorten im Stadtgebiet ausgestellt. An der Bahnhofstraße 9 haben sie im eigens errichteten Museumsbau imposante Räume bekommen. Das Gebäude wurde von den Architekten Bo und Wohlert entworfen. Diese haben unter anderem das Kunstmuseum Bochum konzipiert, worauf die raumgreifende Rampe im Eingangsbereich hindeutet. Der gewundene, zentral liegende Aufgang führt die Besucher*innen in alle Etagen und zu den Eingängen in die verschiedenen Sammlungsbereiche: Regionalarchäologie, Stadtgeschichte, Altes Ägypten, Angewandte Kunst und Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Werke der bildenden Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart sind in dem markanten s-kurvenförmigen Gebäudeteil präsentiert, der auch das Logo des Museums prägt.


Das Tor zur Stadt


Im Projekt RuhrKunstUrban möchten die Kuratorin für Vermittlung Dr. Diana Lenz-Weber sowie die freien Kunstvermittler*innen Anke Bäätjer und Christoph Aßmann die Nähe zum Bahnhof nutzen. Als Dritten Ort haben sie sich deshalb für die Zentralbibliothek entschieden. Diese befindet sich im Jahr 2010 eröffneten Bildungs- und Kulturzentrum, dem Heinrich-von-Kleist-Forum, das direkt an den Bahnhofsvorplatz anschließt. Der neu gestaltete Platz mit seinen Bänken und Büschen soll Ort des Geschehens werden, zum Beispiel für Performances. Außerdem möchte das Team die Bahnhofsmission und die Polizeiwache ganz selbstverständlich mit in das Projekt einbeziehen. Christoph Aßmann bezeichnet den Bahnhof als das Tor zur Stadt. Das repräsentative, spätbarocke Empfangsgebäude des Bahnhofs verkörpert diesen Gedanken. Seit dem 19. Jahrhundert hat die Stadt Hamm, die als Tor zum Ruhrgebiet begriffen werden kann, einen sehr bedeutenden Eisenbahnknoten in Nordrhein-Westfalen.
Der Kaufhof und ein weiteres Kaufhaus direkt nebenan werden bald schließen. Der Wandel der Innenstädte ist hier stark sicht- und spürbar. Umso wichtiger ist es, gerade hier und jetzt ein Zeichen zu setzen, für eine lebendige Stadt, für ein Miteinander und für Kunst und Kultur!

Stand: August 2020 

 

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