Märkisches Museum Witten

Einblick #14 – Botschaften an die Stadt

Die RuhrKunstMuseen befinden sich in der Konzeptionsphase für das neue Vermittlungsprojekt RuhrKunstUrban. 2021 starten die Workshops mit den Schulen und den Dritten Orten in den Städten des Ruhrgebiets. An dieser Stelle geben wir erste Einblicke in die Projekt-Vorbereitungen und die Vermittlungsarbeit der 21 RuhrKunstMuseen.

Botschaften an die Stadt

Zwischen der Innenstadt von Witten und der Ruhr liegt das Märkische Museum. Die Fassade des 1911 eröffneten Museums aus grobem Ruhrsandstein vermittelt einen massiven Eindruck. Der Grundriss ist einer dreischiffigen Kirche nachempfunden. Zunächst war in diesem Gebäude die Sammlung des historischen Heimatmuseums untergebracht, doch mit den Jahren wuchsen die Bestände um moderne und expressionistische Exponate. Heute ist hier eine der größten Sammlungen zum deutschen Informel beheimatet.

Das Museumsgebäude wurde in den 80er-Jahren modernisiert und renoviert; ein Anbau kam hinzu, der sich mit seiner schlichten, geometrischen Formensprache und der glatten weißen Fassade stark vom alten Gebäude abgrenzt. Im Jahr 2016 eröffneten die Bibliothek Witten und das Märkische Museum Witten mit einem Erweiterungsbau den gemeinsamen Standort. Unter dem Motto „Sammlung in Bewegung“ werden regelmäßig wechselnde Ausstellungen mit Sammlungsbezug gezeigt.

Zeichen setzen, sprühen, kleben

In Zusammenarbeit mit Claudia Rinke vom Märkischen Museum konzipiert die freie Kunstvermittlerin Maika Letizia Wolff im Projekt RuhrKunstUrban die Workshops. Bei der Durchführung sind auch  David Mellin, Agnes Motz, Philipp Neugebauer und Anna Kathrin Otto mit dabei. Ausgehend von den Interessen der Schüler*innen des Schiller Gymnasiums werden die Stadtrauminterventionen gemeinsam entwickelt.

Zu Beginn sollen sich die Jugendlichen selbst Gedanken über ihre Stadt machen: Wie möchte ich mich im Stadtraum präsentieren? Was fehlt mir im urbanen Umfeld? Was möchte ich der Wittener Bevölkerung mitteilen? Alle Schüler*innen können ihre eigenen Namen aus Holzlatten bauen und die Buchstaben mit Sprühfarbe lackieren. Die einzelnen Buchstaben bilden das Material, um daraus Fragen und Aufforderungen an die Stadt zu arrangieren und diese im Stadtraum zu platzieren. Auch mit Hilfe von Tape, Sprühkreide und Aufklebern werden Botschaften an die Stadt gerichtet. Auf einer großen Stadtkarte können die einzelnen Aktionen verortet und dokumentiert werden. Das Märkische Museum kooperiert im Projekt mit dem soziokulturellen Jugend- und Kulturzentrum WERK°STADT. Das Motto lautet „Kultur für alle“ und das bereits seit der Gründung des Vereins im Jahr 1977. Die WERK°STADT verfügt über viel Platz und eine kleine Holzwerkstatt, wo die Buchstaben gestaltet werden können. Hier ist der Ort zum Bauen und Planen sowie der Ausgangspunkt für die Interventionen im Stadtraum. Die drei Kooperationspartner – Museum, Schule und Dritter Ort – liegen nur wenige hundert Meter um das Stadtzentrum von Witten verteilt und bilden einen spannenden Aktionsradius, in dem sich die Gruppen bewegen sowie ihre Zeichen und Spuren in der Stadt verteilen werden.

Stand:Januar 2021 

 

 

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