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Markus Lüpertz

Herkules

Gelsenkirchen

Ferdinand Ullrich © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Markus Lüpertz hat für das Ruhrgebiet einen neuen Hüter geschaffen, der mit seiner Stärke über die Geschicke der Region wacht: Herkules, die Allegorie des starken und weisen Herrschers. Dieser altgriechische Nationalheros wurde von Lüpertz auf den Förderturm der Zeche Nordstern gesetzt.
Lüpertz beschäftigte sich seit 1980 in seiner Bildhauerei mit der antiken Mythololgie. 1985 setzte er sich mit Ganymed auseinander, 1989 mit Prometheus und mit Clitunno, 2003 mit Daphne, die über Zeus triumphiert, 2007 entstand der Mercurius vor dem Posttower in Bonn, 2009 der Apoll in Bamberg. Es gibt in Berlin ein Urteil des Paris und einen liegenden Krieger, der eine Paraphrase auf eine Giebelfigur des Parthenonfrieses ist. Der Herkules im Jahr 2010 aber stellt dies alles buchstäblich in den Schatten. In der Tradition der Zechennamen spielt die antike Mythologie eine wichtige Rolle: Concordia, Constantin der Große, Hannibal, Hercules, Pluto, Victoria. 1907 wurde die Zeche Nordstern von der Phoenix AG übernommen. Die archaische Verbindung der Kräfte der Erde und der Landschaften mit denen des Himmels ist nicht nur eine energetische, sondern auch eine geistige Herausforderung. Die Eisenskulptur ist 18 Meter groß, wiegt 23 Tonnen und besteht aus 244 einzelnen Aluminiumplatten. Die Haare und der Bart sind blau gefärbt. Sie steht auf dem Förderturm von Schacht II, der einen gläsernen Kubus für Wechselausstellungen trägt. Darauf thront der Herkules, der mit der Architektur zusammen eine Höhe von 103 Metern erreicht. Die Skulptur ist mächtig gestaltet, da der luftige Umraum die Volumina der Figur mindert. Das klassische Motiv von Stand- und Spielbein ist angedeutet. Lüpertz verzichtet auf Attribute. Er zeigt einen nackten Riesen von archaischer Kraft und Gewalt und hält sich nicht an die klassischen Proportionen des menschlichen Körpers. Dieser Herkules betritt hoch oben, dem Himmel nah, eine Bühne, die den Förderschacht II zum Tempel werden lässt. 2009 formulierte der Künstler: »Es gibt keine bildende Kunst, die nicht irgendwann einmal im Tempel zuhause war.«

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