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Isa Genzken und Gerhard Richter

o. T.

Duisburg

Andreas Ren, Bochum © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Isa Genzken und Gerhard Richter haben gemeinsam das Design für die Duisburger U-Bahnhaltestelle König-Heinrich-Platz entworfen. Fährt man die Rolltreppe hinunter, erschließt sich eine Eingangshalle mit allen zu erwartenden Requisiten: Infotafeln, Fahrkartenautomaten, Entwertungsstationen, Werbung. Zur Neutralisierung des immensen Farb- und Formrepertoires kleideten die Künstler den Raum mit geprägtem, mattspiegelndem Edelstahl aus.
Es findet sich eine wandfüllende Fläche aus starkfarbigen Rechtecken als Basis für stadtgeschichtliche Verweise in weißer Schrift. Die Passanten werden vorbereitet auf eine der folgenden Gebäudeebenen. Mit der Rolltreppe geht es, von kräftigem Gelb flankiert, weiter zur Linie 901 in Richtung Mülheim und Obermarxloh. Zu beiden Seiten der Bahnsteige finden sich von den Enden der Tunnels dynamisch ausschwingende und in der Mitte sich annähernde Kreissegmente. Auf der einen Seite weiß und rot, auf der anderen in den Grundfarben Gelb, Blau, Rot und den sich daraus ergebenden Mischungen Orange und Grün. Der Duisburger Kartograf Gerhard Mercator (1512–1594) war hier die Inspirationsquelle für die Verwendung von Kreissegmenten der Umlaufbahnen von Merkur und Venus. Eine Etage höher – dort wo es nach Ruhrort und Meiderich geht – umrahmen Spiegel und monochrome Farbflächen den Bahnsteig. Einem barocken Spiegelsaal gleich erweitert sich der Raum mit den gespiegelten Personen, gegenüberliegenden Wandflächen, Bahnen und sonstigen Gegenständen. Ein Theater mit Bühnenverwandlungen und wechselnden Statisten – immer neu und einzigartig. Über die Rolltreppe geht es weiter in die südliche Eingangshalle. Hier erstreckt sich eine emaillierte Fläche mit einander begrenzenden und überschneidenden Binnenflächen und Linien, deren starke, klare Farben an die Gemälde Richters erinnern. Darin werden die Farben in mehreren pastosen und zuweilen fragmentierten Schichten übereinandergelegt. In der Emailleausführung finden sich neben diesem Zitat der eigenen Maltechnik auch Verweise auf die Geografie und Verkehrswege der Stadt selbst: Blaue Flächen und Streifen verweisen auf die Flüsse und den Hafen, weitere Farblinien auf Straßen und Gleise – ein Spiel zwischen Kunst und Wirklichkeit.

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