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sound + space

Klangkunst von Pierre-Laurent Cassière und Johannes S. Sistermanns

Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Marl

Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
Vernissage
22. March 2020 12:00

Das Ausstellen von Medienkunst hat im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl eine lange Tradition. Über die Marler Medienkunst-Preise hinaus werden hierzu regelmäßig thematische oder monografische Ausstellungen ausgerichtet. Die international tätigen Klangkünstler Sistermanns und Cassière setzen sich in ihren Arbeiten intensiv mit den Wechselwirkungen von Klang und Raum auseinander, wobei Raum hier konkret immer auch „Resonanz-Raum“ bedeutet. Beiden Künstlern ist gemeinsam, dass ihre Arbeiten sowohl die physikalischen als auch psychologischen Eigenschaften ihrer Klangorte erforschen. So entwickelt Sistermanns eine neue ortsspezifische, raumfüllende Klanginstallation für das Untergeschoss des Museums, die sowohl materiell als auch unstofflich die Raumdimensionen auslotet. Cassières Arbeiten werden eng an die jeweils bestehenden Raumbeschaffenheiten angepasst und erzeugen immersive Wechselwirkungen zwischen Betrachtendem und Werk.

Pierre-Laurent Cassière
Tonspur
Beeinflusst durch verschiedene Bereiche wie Medienarchäologie,
Musikwissenschaft, Architektur, Physik oder Physiologie, konzentriert
sich Pierre-Laurent Cassière in seiner Arbeit auf Wahrnehmungserfahrungen
im Zusammenhang mit Bewegung. Klanginstallationen, kinetische
Skulpturen oder Expanded Cinema schaffen oft kontemplative
Situationen, die sich mit Paradoxien und Grenzen der Wahrnehmung
auseinandersetzen. Die für die Ausstellung „Tonspur“ vorgeschlagenen
Kunstwerke spielen mit den Beziehungen zwischen Ton und bewegtem
Bild oder zwischen Geräusch und Schatten. Die Dekonstruktion
kinematographischer Prinzipien wie Verstärkung oder Synchronisierung
führt durch die unterschiedliche Konfiguration von Apparaten zu
ungewöhnlichen Phänomenen bei der Wahrnehmung.

Johannes S. Sistermanns
ma meta [Marl]
Eigens für den Museumsraum entsteht die neue KlangPlastik. Im
mehrmedialen Raumverlauf markieren Klang Farbe Video Raum Foto
Zeichnung Folie jeweils Einzelperspektiven [u.a. grafische Notation
/ australische Papierbaum-Rinde / resonierende Schalldämmplatte
/ gespannte Folie], welche zueinander gelöst und übergangslos
positioniert sind. Entkopplung schafft Raum. Diese Räume kann nur der
Wahrnehmende qualifizieren, erfahren und lösen.
Gleichzeitig: Raum ist Membran. Klangquelle ist von Klangprojektion
entkoppelt. Klänge werden mittels Sensoren und Exciter [Schallerreger]
direkt auf Folie, Dämmplatte, Holz, Eisen übertragen. Klangprojektion
auf Fensterglas überkommt jede architektonische Raumgrenze. Diese
Durchlässigkeit akzentuiert Glasscheibe zur Schnittstelle von innen
nach außen. Sistermanns arbeitet intuitiv, Impulsen folgend und darin,
was er über Raum nicht weiß. So öffnen UnWissen, Impuls sowie
Intuition individuelle Zugänge zu ‚ma meta’, die weder Vorstellung noch
Botschaft repräsentiert. Die Ausstellung sind nur sie selbst.

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