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EMERGENCE • PLUS DREI

GWK-Preisträger*innen in Recklinghausen: Justyna Janetzek, Danuta Karsten, Katrin Wegemann, Markus Willeke

Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen

Foto: Z, Archiwum, Galerii Sztuki Wspolczesnej Opole

Aufgrund der Corona bedingten Schließung bis zunächst 10. Januar 2021 ist der Eröffnungstermin noch unklar. Die Ausstellung wird bis zum 28. März 2021 verlängert.

Die Ausstellung zeigt unter dem Titel EMERGENCE Arbeiten der aktuellen GWK-Förderpreisträgerin Justyna Janetzek. PLUS DREI ist früheren Preisträger*innen, die aus Recklinghausen kommen, gewidmet: Danuta Karsten, Katrin Wegemann und Markus Willeke.

Die GWK-Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V. fördert herausragende junge Künstler*innen in den Bereichen Bildende Kunst, Klassische/Neue Musik und Literatur, die aus Westfalen-Lippe stammen, dort aufgewachsen und ausgebildet sind oder seit mindestens zwei Jahren dort leben. Der GWK-Förderpreis Kunst ist mit 4.000 Euro, einer Ausstellung, einem Katalog und der Aufnahme in ein mehrjähriges Förderprogramm dotiert.

Der GWK-Förderpreis Kunst 2020 geht an die Bildhauerin und Zeichnerin Justyna Janetzek (*1986 in Czarnowasy/Klosterbrück, Polen, lebt in Viersen), die bei Maik und Dirk Löbbert an der Kunstakademie Münster studierte. Mit ortsspezifischen Skulpturen aus lackiertem Stahlrohr und farbigen Flächen, die wie Zeichnungen im Raum anmuten, greift Justyna Janetzek in Außen- und Innenräume ein. Egal, ob ihre Interventionen real oder als Netzprojekt für den virtuellen Raum konzipiert sind oder als Farbzeichnungen auf Papier stattfinden, immer setzen sie einen spannungsreichen, offenen Sehprozess in Gang. So werden in der Beschäftigung mit den Arbeiten Janetzeks die Konzepte von Bewegtheit und Starre, Linie und Fläche, Fläche und Raum beweglich und unsere Vorstellungen von fester Gegenständlichkeit, klarer Bedeutung und eindeutigen Bezügen im Raum schillernd.

Eine der ersten Preisträger*innen war 1997 Danuta Karsten (*1963 in Mała Słonca, Polen, lebt in Recklinghausen). Die Künstlerin hat für ihre Installation transparente Kunststoffschläuche mit Atemluft gefüllt und im Ausstellungsraum mit ihnen „gezeichnet“. Die dreidimensionale Zeichnung ist wie durchsichtig, dabei zugleich dicht, leicht hängt sie im Raum und berührt nur den Boden. Schon ein leiser Luftzug kann sie bewegen. Die Schläuche spiegeln Licht und Schatten, Luft und Temperatur spielen mit ihnen. Ein Zauber, der entrückt und zur Kontemplation unserer Lebensmittel und Ressourcen, der natürlichen wie der ästhetischen, einlädt.

2005 erhielt Markus Willeke (*1971 in Recklinghausen, lebt in Berlin) den GWK-Förderpreis. Für seine Serie „Lost Cat“ greift er auf Bilder vermisster Katzen von Aushängen an Bäumen und Straßenlaternen zurück – Fotos, geknipst in glücklicher Zeit: „Ich suche im Alltag und auf Reisen nach Motiven, die in der Tradition des Memento Mori stehen und Sterblichkeit, Verlust, Flüchtigkeit behandeln. Mich fasziniert, dass die Fotos der entlaufenen Katzen eigentlich Illusionen sind. Ihnen entspricht keine Realität mehr. Indem ich bei der Umsetzung die Farben stark verflüssige und ihr Ineinanderlaufen einkalkuliere, werden diese selbst zum entscheidenden Teil des Prozesses des Verschwindens.“ (M. W.)

Katrin Wegemann (*1982 in Recklinghausen, lebt in Berlin) wurde der GWK-Förderpreis 2010 zuerkannt. Ihre Keramiken wirken organisch, lebendig, doch Abbildungen real existierender Geschöpfe und definierbar sind sie nicht. Man fühlt sich an etwas erinnert, eine Assoziationswelt tut sich auf, frei, beweglich, offen. „Es war für mich, als kreierte ich eine Comicfigur, die dann ihr eigenes Leben, einen eigenen Charakter herausbildet und sich verselbständigt. Es gab Skizzen, aber manchmal ist im Arbeitsprozess aus dem Augenblick heraus Neues entstanden.“ (K. W.)

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