Follow us on Facebook
Follow us on Instagram
DESwitch to German Website

Günter Haese – Schwerelos.

Raumplastiken aus Draht

Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Marl

Die Ausstellung des deutschen Bildhauers Günter Haese (1924–2016) im inneren Glaskasten des Marler Skulpturenmuseums umfasst rund 20 Plastiken und einige Monotypien. Der aus Kiel stammende Künstler studierte bei Ewald Mataré an der Kunstakademie in Düsseldorf und fand bald zu einer ganz eigenen Formensprache, die stark durch das gewählte Material bestimmt war. Er entdeckte Messingdraht und Bestandteile zerlegter Uhren wie Spiralfedern und kleine Zahnräder als Bauelemente und konstruierte daraus zarte räumliche Objekte. Schon ein leichter Luftzug bringt die filigranen, organisch anmutenden Drahtgeflechte in Bewegung, die im weitesten Sinne der kinetischen Kunst zuzuordnen sind. Kugeln, Spiralen oder andere filigrane Teile sind in einem verlöteten Drahtgeflecht aufgereiht – es sind Kunstwerke einzigartiger und fantasievoller Körperlichkeit. Die schwerelos wirkenden Objekte bilden damals wie heute ein überzeugendes Gegengewicht zu einer blockhaft-statischen Auffassung von Skulptur. 

Die Stationen von Haeses internationaler Wahrnehmung in den 1960er Jahren sind eindrucksvoll: Die Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York 1964 war der erste Höhepunkt, ein Jahr später besucht ihn Henry Moore in seinem Düsseldorfer Atelier, und im gleichen Jahr war Günter Haese auf der documenta III in Kassel vertreten. 1966 nahm er an der XXXIII. Biennale von Venedig teil, 1967 ist er am Deutschen Pavillon der Weltausstellung in Montreal beteiligt, der Expo 67, und 1969 an der X. Biennale von São Paulo in Brasilien. Auch in den folgenden Jahrzehnten wurde sein Werk in vielen wichtigen Museen gezeigt, wie die folgende kleine Auswahl belegt: 1972 in Rotterdam im Museum Boijmans Van Beuningen, 1979 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und in der Kunsthalle Kiel, 1982 in der Kunsthalle Mannheim, 1989 im Haus Koekkoek in Kleve, 2010 in der Freien Akademie der Künste in Hamburg und zuletzt 2011 im Richard-Haizmann-Museum in Niebüll.

Die Ausstellung in Marl mit Werken aus dem Nachlass ist eine Kooperation mit dem Museum Lothar Fischer, dem Ernst Barlach Haus – Stiftung Hermann F. Reemtsma, Hamburg und der Galerie Thomas in München.

Abbildung: Ein anderer Mond, 1963, Messing, 29 x 28 x 18 cm, Courtesy: Galerie Thomas, München 

Back to top