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Norbert Kricke

Bewegung im Raum

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg

Rund 40 Raumplastiken aus drei Jahrzehnten werden zu sehen sein. Ein besonderer Akzent liegt
dabei auf dem Spätwerk der Jahre 1975–1984. Gezeigt werden darüber hinaus grafische
Arbeiten bis hin zu seinen letzten Zeichnungen, den einzigartigen „Schlussstrichen”.
Während Krickes erste Arbeiten in den 1940er-Jahren noch die Formsprache der klassischen
figurativen Skulpturen beinhalten, fand der Künstler – im Geiste des Informel stehend – ab den
1950er-Jahren im filigranen, biegsamen Drahtgestell schnell sein eigentliches plastisches
Gestaltungsmittel, dem er fortan künstlerisch treu bleiben sollte. Seine radikale Abwendung vom
klassischen Skulpturenbegriff war geprägt von seinem Interesse an der Darstellung von Raum
und Zeit. So postuliert er 1954: „Mein Problem ist nicht Masse, ist nicht Figur, sondern es ist der
Raum und es ist die Bewegung – Raum und Zeit.“

Anstatt durch kompakte Massenvolumen aus Materialien wie Marmor, Stein und Bronze eine
geschlossene Oberfläche auszubilden und damit den Raum zu verdrängen, strebte Norbert
Kricke nach einer künstlerischen Einheit von Skulptur, Raum und Bewegung, und zwar nicht als
Abbild des Realen, sondern als ein primäres Erlebnis. So sind die Linien, die gebündelt,
gebogen, überlagernd den bildnerischen Raum erkunden, ihm gegenüber stets offen. Sie bieten
dem Besucher bei jeder Annährung an Krickes „Raumplastiken“ aufs Neue Konfrontations- und
Erlebnismöglichkeiten, sowohl visuell als auch konzeptuell.

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