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Neon Delight

Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna, Unna

Maurizio Nannucci: NEVER MOVE FAR FROM COLOR, 2017/18, Courtesy of the artist and Galerie Nikolaus Ruzicska, Fotograf: Florian Reittner

Mit NEON DELIGHT widmet das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna eine Ausstellung dem Material, das in der Lichtkunst am meisten Verwendung findet und versammelt die bekanntesten internationalen Künstler*innen der neonbasierten Lichtkunst in seinen einzigartigen, unterirdischen, roh belassenen Räumlichkeiten. Mit Arbeiten aus den 1960er Jahren bis in die Gegenwart wird ein repräsentativer Überblick über Neon in der Lichtkunst gezeigt.

Die Arbeit „Never Move Far From Color“ (2017/18) von Maurizio Nannucci zeigt: Neonkunst ist oftmals Sprachkunst; ist Text, ist Schrift, ist Gestaltung. Tracey Emin lässt uns in gelber Neonschreibschrift wissen: „You Never Should have Loved Me The way you did“ (2014). Neonkunst ist Poesie, erzählt Persönliches, geht nah. Auch Jeppe Heins Arbeit „Who Am I Why Am I Where Am I Going” (2017) spricht die Betrachter*innen direkt an. Das Werk „It Is Both A Blessing And A Curse To Feel Everything So Very Deeply” (2016) von Olivia Steele stellt dagegen keine Fragen, sondern setzt alleine auf die Kraft und den Gegensatz von nur zwei Worten: „blessing“ und „curse“. Doch Neonkunst ist auch geometrische Abstraktion ganz ohne Worte, ist Kunst von oftmals großer Fragilität. François Morellet, Keith Sonnier oder auch Anselm Reyle sind Künstler der Ausstellung, die geometrisch-abstrakte, konkrete Neonkunst geschaffen haben – auf teilweise überaus komplexe, raumgreifende Art und Weise. Manche Arbeiten mit ihren immateriellen, in verschiedenen Farben schimmernden Lichtquellen sind äußerst subtil, wie jene von Brigitte Kowanz oder Bruce Nauman. Naumans Werk „The True Artist Helps the World by Revealing Mystic Truths“ (1967) verweist auf die immaterielle, mystische Kraft des Lichts und die Rolle des Künstlers. Weitere Künstler*innen der Schau sind Bruno Peinado, Giny Vos, Jan van Munster, Bernardi Roig und Mario Merz.

Neonröhren und Neonlicht faszinieren Kunstschaffende, aber auch das Publikum seit vielen Jahren. Es ist die sinnliche, blendende Strahlkraft, die intensive Signalwirkung der Neonkunst, die sie so anziehend macht. Auch die Nähe zur Sphäre des Technischen, des Künstlichen, zur Warenwelt, zu Pop und Werbung. Physik und Metaphysik kommen sich in der Kunst selten so nah.

Zuerst aber hatten die mit Neongas gefüllten Glasröhren reinen Signalcharakter und dienten seit Anfang des 20. Jahrhunderts in den nächtlichen Städten zu Werbezwecken; sie illuminierten Paris, New York, Berlin oder Las Vegas. Schon Ende des 19. Jahrhunderts hatte man jenes Gas entdeckt, das elektrisch aufgeladen zu dem Effekt führte, den wir als Neonlicht kennen. Vor allem seit den 1960er Jahren ist Neon auch ein Thema der Bildenden Kunst. Die Produktion solcher Kunstwerke hat sich seitdem nicht verändert: Auch heute noch wird jede Röhre individuell von einem Glasbläser geblasen und mit dem Gas gefüllt.

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