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Hermann Stenner und seine Lehrer

Werke aus der Sammlung Bunte

Museum Haus Opherdicke, Holzwickede

Kunstforum Hermann Stenner, Bielefeld

Als herausragendes Künstlertalent gehandelt, im ersten Weltkrieg an der Ostfront gefallen: Hermann Stenners verheißungsvolle künstlerische Entwicklung nahm ein tragisches Ende. Das Museum Haus Opherdicke widmet sich mit der Ausstellung „Hermann Stenner und seine Lehrer“ ab Sonntag, 5. September den Schaffensjahren des verschollenen und wiederentdeckten Künstlers der Avantgarde mit Werken aus der Sammlung Bunte.

Der ostwestfälische Künstler Hermann Stenner hinterließ trotz kurzer Studien- und Schaffenszeit ein beeindruckendes Werk. Stilistisch bewegte er sich vom späten Impressionismus über einen stark-farbigen Expressionismus bis hin zu einem abstrahierten Bildaufbau. Neben zahlreichen Stenner-Werken zeigt das Museum Haus Opherdicke auch ausgewählte Arbeiten der Lehrer Hans von Hayek, Ludwig Dill, Christian Landenberger und Adolf Hölzel, in denen der Einfluss auf den jungen Stenner deutlich wird.

Zu Lebzeiten gehörte Hermann Stenner zu den herausragenden Talenten nach der Jahrhundertwende. Dass er von Kindesbeinen an im väterlichen Malereibetrieb die handwerklichen Grundlagen der Malerei kennenlernte, ebnete ihm frühzeitig den Weg in die Kunst: Aufgrund seiner besonderen künstlerischen Begabung konnte er bereits als Achtzehnjähriger zur Aufnahmeprüfung an der Münchner Kunstakademie antreten – und bestehen.

Fünf Jahre für ein Lebenswerk
Unglücklicherweise waren dem Ausnahmetalent nicht mehr als fünf Jahre vergönnt, um ein fulminantes Lebenswerk von rund 300 Gemälden und mehr als 1.500 Arbeiten auf Papier zu hinterlassen. Dass ein Großteil dieser Werke nach Hermann Stenners Tod und zwei Weltkriegen erhalten blieb, ist nicht zuletzt dem Einsatz seiner Stuttgarter Lehrer, Freunde und Künstlerkollegen zu verdanken.

In Obhut der Stenner-Familie überstand ein Großteil des Nachlasses auf dem Dachboden des Elternhauses in Bielefeld dann die schweren Zeiten bis zu Stenners Wiederentdeckung. „Hermann Stenner wäre einer der besten Maler Deutschlands geworden, wenn nicht der sinnlose, verbrecherische Krieg seine Opfer geholt hätte“, sagen ihm Künstlerkollegen wie Willi Baumeister nach. Von dieser Einschätzung selbst überzeugen können sich Besucher*innen ab 5. September auf Haus Opherdicke.

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