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EROS in Erwartung der Ewigkeit

Museum DKM, Duisburg

© Dan Kane

Die Ausstellung EROS in Erwartung der Ewigkeit präsentiert einen bedeutenden Sammlungsschwerpunkt der Sammlung DKM: das Bild des Mannes in der Fotografie und Skulptur seit dem späten 19. Jahrhundert bis heute. Der Titel suggeriert sinnlich, heroisch und mythologisch aufgeladene Werke, die mit der Schönheit der Antike verwoben sind und mit der Vergänglichkeit konfrontieren.

Während der nackte Frauenkörper oder der weibliche Akt im Kanon der Kunst einen großen Stellenwert einnimmt, ist die Darstellung des männlichen Akts seit der Antike lediglich in Verknüpfung mit Attributen des Märtyrers oder Helden akzeptiert. Darbietungen der puren männlichen Schönheit und Sexualität waren lange Zeit ein Tabu. Einer der ersten Verfechter der männlichen Nacktfotografie war der deutsche Fotograf Wilhelm von Gloeden (DE, 1856 —1931), der seine männlichen Modelle in einer arkadischen Phantasiewelt ansiedelte. Der Bezug zur Antike legitimierte also die Zurschaustellung des männlichen Körpers.

Es sollte noch bis ins späte 20. Jahrhundert währen, bis der «pure» männliche Akt der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht wurde. Die 1960er Jahre waren in vielerlei Hinsicht für die Menschen ein Befreiungsschlag. Sie trennten sich von überkommenen Ansichten, die Scham wurde abgelegt und auch das Tabu der männlichen Aktfotografie war gefallen. Die Fotografen Herbert Tobias und Will McBride treten um diese Zeit in Deutschland in Erscheinung und repräsentieren eine eigene Richtung in der Fotografie des Männeraktes, bei der die Realitätsnähe im Vordergrund steht und in ihrer Entschlossenheit einer Enttabuisierung die aufkommende Punkkultur ankündigt. In New York betritt Robert Mapplethorpe die Szene und schafft einen neuen Stil der Aktfotografie. Der Männerkörper als Objekt der Lust und Begierde ist endlich in der breiten Gesellschaft akzeptiert.

Die Darstellung der Befreiung des männlichen Akts, Triumph und Tod des Helden sollen die Schönheit und Sinnlichkeit des modernen Eros in den Vordergrund stellen, in die Tiefe des Seins eintauchen lassen sowie mit der Unvermeidlichkeit des Vergänglichen konfrontieren. In dieser Gedankenwelt changieren die Sinne zwischen der faszinierenden Anziehung und Verstörtheit, Schlafen und Erwachen, Schönheit und Tod, Leben und Verlust.

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