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Die Versöhnung von Mensch und Natur

HERBERT ROLF SCHLEGEL - Werke aus der Sammlung Murken. Und ein Audio-Walk von Johanna Steindorf

Museum Haus Opherdicke, Holzwickede

Thomas Kersten

Der Maler Herbert Rolf Schlegel (Breslau 1889–1972 Landsberg am Lech) greift in seinen romantisch-neusachlichen Werken Sujets des Jugendstils und Symbolismus auf, die von der Lebensreform und der beginnenden feministischen Bewegung beeinflusst sind. Arkadische Landschaften und Figuren, bei denen sich die Geschlechterzuschreibungen vermischen, sind seine Hauptmotive.
Herbert Rolf Schlegel zählt zu den vergessenen Künstler*innen der deutschen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Für Museum Haus Opherdicke Grund das malerische Werk erstmalig umfassend zu präsentieren. Denn wie kaum ein anderer Maler seiner Generation befasst er sich intellektuell, emotional und ästhetisch mit der existentiellen Bedeutung der Natur für den Menschen – und zwar vor dem Hintergrund der industriellen Revolution und der Verstädterung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Er verbindet die Beständigkeit der Natur und ihre heilsame Anziehungskraft auf den Menschen vor allem in seinen idyllischen Landschaften und figurativen Szenen an der Ostsee oder den Ufern des Ammersees in Bayern, wo er von 1924 bis zu seinem Tod 1972 zurückgezogen lebte. Ein wiederkehrendes Thema seiner figürlichen Malerei ist die Darstellung von jungen, selbstbewussten Frauen und androgynen Figuren, an der sich die nach dem Ersten Weltkrieg entwickelnde Diskussion um die Genderthematik erkennen lässt – Themen, die heute aktueller denn je erscheinen.

Rund ums Museum per Audio-Walk
Der Audio-Walk "Natur ist unsichtbar" der zeitgenössischen Künstlerin Johanna Steindorf setzt sich mit dem Ausstellungsthema auseinander und lädt zum individuellen Spaziergang um das Museum - ab dem 28.02.2021 mit eigenem Mobiltelefon und passenden Kopfhörern - ein. Sobald das Museum wieder geöffnet ist, können Player und Kopfhörer an der Kasse entliehen werden.
Der Künstler Herbert Rolf Schlegel legt durch seine Malerei Ausschnitte fest: die Motive spiegeln seinen Blick wieder. Was für Intentionen, Sehnsüchte und Vorstellungen verbergen sich darin? Und wie lässt sich seine Perspektive auf Menschen und Natur mit jener vereinbaren, die wir als Betrachter*innen fast 100 Jahre später einnehmen?
Diesen und anderen Fragen wird während dem 30-minütigen Hörspaziergang nachgegangen, während sich die Landschaft, die eigene Erfahrung und die Bilderwelt des Malers zu einer individuellen Realitätsmixtur verweben.

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