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Der Schmerz des Vaters?

– die Trinitarische Pietà zwischen Gotik und Barock

LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, Oberhausen

Schwäbisch, Trinitarische Pietà, um 1480, Sammlung Ludwig © Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, Foto: Anne Gold, Aachen
Vernissage
26. September 2021 11:00 Uhr

Zu einer Skulptur aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig

Ausgangspunkt für die thematische Einraumschau zum Bildmotiv der Trinitarischen Pietà in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, die anschließend im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen gezeigt wird, sind fünf spätmittelalterliche Skulpturen aus dem Aachener Museum. Unter diesen befindet sich ein schwäbisches Stück aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig, das mit der großen Stiftung 1977 in die Städtische Sammlung übergegangen ist. Erstmals ist diese Skulptur in einer Ausstellung in den Fokus gerückt und in ihrem ikonografischen Kontext diskutiert. Mit dem Motiv der Trinitarischen Pietà ist das Bild Gottvaters gemeint, der den Leichnam seines Sohnes bzw. den lebend-toten Schmerzensmann den BetrachterInnen präsentiert. Zu diesem Bildtypus gehört thematisch auch die Geisttaube, die sich jedoch bei etlichen Bildwerken nicht erhalten hat. Diese Ausprägung des Trinitätsbildes ist im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit häufig in Skulptur, Tafel- und Buchmalerei, aber auch in der Grafik anzutreffen.

Mit dem die Ausstellung begleitenden Katalog liegt erstmals eine umfassende wissenschaftliche Darstellung zur Trinitarischen Pietà vor. Dieser zeichnet die Geschichte dieses Bildmotivs in Malerei, Skulptur und Grafik nach. In ihm sind zahlreiche, auch weniger bekannte Stücke zusammengestellt, die nach Typen klassifiziert sind. Über die Gruppierung der Beispiele hinaus gilt es, den ikonografischen und funktionalen Kontext dieser Trinitätsdarstellungen herauszustellen. Ebenso ist die Bedeutung der Trinitarischen Pietà im Rahmen von Passionsmystik und Sakramentskult des späten Mittelalters dargelegt und darüber hinaus ein Blick auf Reformation und Gegenreformation geworfen. Auch die für diesen Bildtyp gängigen alternativen Begriffe wie Gnadenstuhl und Notgottes sind diskutiert.

In der Ausstellung bildet die Skulptur aus der Sammlung Ludwig das Zentrum. Um diese werden andere Darstellungen der Trinitarischen Pietà sowie Stücke mit eng verwandten Bildsujets, wie dem sogenannten Gnadenstuhl mit Gottvater, der das Kruzifix hält, oder der Engelpietà gruppiert. Es wird die Aktualität der trinitarischen Bildthematik im 15. und 16. Jahrhundert verdeutlicht sowie ihr Weiterleben im Barock visualisiert.

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