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Anja Brogan

Size Matters #2

Osthaus Museum Hagen, Hagen

(c) Franz-Georg Stämmele

Die deutsch-amerikanische Künstlerin Anja Brogan präsentiert im Osthaus Museum Hagen raumgreifende Environments und eindrucksvolle Stimmungsräume. Mit charmanter Leichtigkeit beweist sie, dass „avantgardistischer Feminismus“ in der Kunst mit einer guten Portion subversivem Humor, doppeldeutiger Sinnlichkeit und politischer Schärfe einhergehen kann.

Die gezeigten Werke sind im Zusammenhang mit der Ausstellung entstanden. Anja Brogan überrascht die Besucher*innen durch ihren freien Umgang mit Stil- und Kompositionselementen. Ihre Anknüpfungspunkte findet die Künstlerin in der Geschichte der Kunst von der Renaissance bis zur Moderne, sowie der TV-Kultur und Pornografie. Sie verkehrt weibliche und männliche Rollenklischees, stellt Konventionen in Frage, demontiert genussvoll die unausgesprochenen Vereinbarungen in Kunst und Gesellschaft.

Wer oder was ist sichtbar oder bleibt unsichtbar? Wer oder was wird unterdrückt und auf bestimmte Eigenschaften festgeschrieben? Wie sehr glauben wir den Bildern? Die Forderung nach selbst bestimmter Sichtbarkeit ist eine der zentralen identitätspolitischen Anliegen, die die neuen sozialen Bewegungen seit den 1970er Jahren mit Nachdruck vertreten. Repräsentation schafft Identität, Sichtbarkeit Macht, Sagbares Wissen. Anja Brogan setzt dem ihre eigenen, dissidenten Bilder entgegen, nimmt Klischees durch Ironie die Wirkung. Zugleich fragt sie danach, was es braucht, damit ein solcher, Kunst gewordener Widerspruch gegen das Vorherrschende tatsächlich neue Wirklichkeiten erzeugen kann.

Brogans Arbeiten handeln von Macht und Ohnmacht, von Kunst und Kommerz, Konsum und Sex. Sie beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die Professionalität und Dilettantismus im Kunstbetrieb zur Verfügung stellen, und untersucht, wie künstlerischer Erfolg und das alltägliche Leben konstruiert sind. Zugleich befasst sie sich mit der Frage, wie das Individuum im Allgemeinen und sie als Künstlerin und Frau sich in diesen Rollen positionieren kann.

Im Juni 2019 eröffnete das Osthaus Museum Hagen die erste institutionelle Einzelausstellung der deutsch-amerikanischen Künstlerin Anja Brogan in Deutschland, die ihre Fortsetzung und Abschluss mit Size Matters #2 Anfang Dezember 2021 findet. Trafen die Besucher*Innen im ersten Teil von Size Matters auf minimalistische und sehr reduzierte Installationen, so zeigt die zweite Ausstellung nun vielteilige Rauminstallationen in atmosphärischer Verdichtung.

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