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6 ½ WOCHEN

Bahar Noorizadeh – The Red City of the Planet of Capitalism

Museum Folkwang, Essen

© Bahar Noorizadeh, 2021

The Red City of the Planet of Capitalism ist die erste museale Einzelausstellung der iranisch-kanadischen Künstlerin Bahar Noorizadeh in Europa. Ihre für das Museum Folkwang produzierte Multimedia-Installation setzt sich mit alternativen Konzepten der Stadtplanung auseinander und entführt das Publikum in eine virtuelle Welt.

Bahar Noorizadehs langjähriges Forschungsinteresse an Geschichte und Entwicklung von Stadtplanung findet in der virtuellen Welt von The Red City of the Planet of Capitalism seinen Ausdruck. In den beiden Videos der Multimedia-Installation stehen sich zwei fiktive Städte gegenüber: auf der einen Seite vereinzelte Gebäudekomplexe in karger Landschaft, auf der anderen eine übervölkerte Großstadt mit einem Meer aus Wolkenkratzern. Noorizadeh stellt die Forderungen nach einer Auflösung der Städte durch die Vertreter der russischen Architekturavantgarde der 1920er Jahre in einer spekulativen Annäherung auf den Prüfstand und skizziert experimentelle Auswege für Wohnraummangel in einem Hongkong der Zukunft. Ihre Methode – das Analysieren, Sezieren und Rekombinieren – umfasst dabei mehrere Bild- und Tonebenen. Die virtuelle Welt wird begleitet von eigenwilliger Musik, historischen und fiktionalen Erzählungen, deren Zitate in Bruchstücken und fetten Blockbuchstaben in der Landschaft stehen. Die Methode findet sich auch im fragmentierten Sportwagen, dem Raumelement der Installation. The Red City of the Planet of Capitalism erzeugt so ein Geflecht verschiedener zeitlicher, inhaltlicher und ästhetischer Ebenen.

Bahar Noorizadeh (*1988) ist Filmemacherin, Autorin und Plattformdesignerin und verfolgt ihre künstlerische Forschung als Doktorandin an der Goldsmiths University, London. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Tate Modern Artists' Cinema Program, der DIS Art Platform, dem transmediale Festival, dem Berlinale Forum Expanded und der Genfer Biennale de l’Image en Mouvement gezeigt. Zu den aktuellen Engagements gehört die Teilnahme am Deutschen Pavillon der Biennale Architettura in Venedig 2021.

Die Ausstellung kann nur in Verbindung mit einem kostenfreien Zeitfenster-Ticket für die Sammlung des Museums besucht werden.

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