Das Geheimnis der Dinge. Malstücke

Kunsthalle Recklinghausen
17. Februar bis 7. April 2019
Thomas Huber, Der rote Fries XX, 2013 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 Thomas Huber, Der rote Fries XX, 2013 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die Ausstellung vereint fünfzig malerische Positionen der Gegenwart, die allesamt gegenstandsorientiert sind. Die Künstlerliste umfasst prominente Namen wie Thomas Huber, Johannes Hüppi, Leiko Ikemura, Karin Kneffel oder Gert & Uwe Tobias, präsentiert aber auch noch unbekannte Künstler*innen. Zudem werden auch "klassische" Positionen wie Peter Dreher, Dieter Krieg und Konrad Klapheck vertreten sein.

Viele der Bilder entstehen für die Ausstellung in Recklinghausen. Einzige Bedingung ist die malerische Auseinandersetzung mit der Dingwelt des Menschen, real, surreal oder abstrakt und das kleine Format, da keines der gezeigten Werke größer als 50 x 40 cm sein soll.

Auf wundersame Weise sind Geheimnisse auch der Stoff, aus dem Kunst entsteht. Künstler scheinen sich Geheimnisse anzueignen und sie mit Lust öffentlich zu machen – ohne jedoch Verrat zu üben. Doch nur, wenn es ihnen gelingt, auf eine genuin künstlerische Weise wiederum ein neues Geheimnis zu erschaffen (anstatt bis zum letzten Pinsel- oder Zeichenstrich jeden Zweifel auszuräumen und keine Fragen zuzulassen), verwandelt sich ihr Tun tatsächlich in Kunst. Denn sie ist ein geheimnisvolles Gefäß für Ambivalenzen und Paradoxien, für Unklares und Widersinniges und lässt offen, wieviel ein Künstler über seine Bildfindungen tatsächlich weiß und was ihm selbst bis zuletzt verborgen bleibt. Die Ausstellung stellt demnach die Frage, inwiefern die eingeladenen Künstler und Künstlerinnen in ihrer Malerei eine Vorstellung von Geheimnis geben und bewahren, die im Überwachungswahn unserer schon jetzt hypertransparenten Welt verlorenzugehen droht. Die Frage der Malerei nach dem "Geheimnis der Dinge" lenkt den Blick nicht allein auf das notwendig Verborgene, sondern auch auf das Private, Intime, Unsichere, und damit Entschuldbare. Aber kann die Kunst dem Geheimnis und allem, was mit ihm verbunden ist, überhaupt den gebotenen Raum geben, Schutz gewähren und der verhängnisvollen Allianz aus freiwilliger Transparenz und unfreiwilliger Überwachung etwas entgegensetzen.

Die Beschäftigung, die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Dinglichen ist auch in Zeiten einer expandierenden Digitalisierung und dem forcierten Aufbau virtueller Welten noch längst nicht obsolet. Die Ausstellung führt eindringlich vor Augen, dass Künstler und Künstlerinnen auch heute noch in der Dingwelt einen Schlüssel zur Inspiration und eine Möglichkeit des assoziativ spielenden Selbstausdrucks sehen: Doch die Dinge, die sie malen, führen nicht nur auf die Spur des eigenen Selbst, sondern lassen noch immer die Widersprüchlichkeit, Rätselhaftigkeit und zugleich Souveränität der menschlichen Existenz darstellen können, subjektiv aufgeladen einerseits und dann wieder in gesellschaftlich kodierte Repräsentationsmuster verwoben. Manchmal besitzen die Dinge in ihrer Verschlossenheit und auf die Spitze getriebenen Härte eine geradezu hieroglyphische Präsenz. Immer aber beschreiben sie einen ebenso sinnlichen wie intellektuellen Prozess, der sich von der genauen Wiedergabe der Dinge, zur Innenperspektive wendet und in dieser Transformation offenbart, dass auf der Oberfläche der gemalten Dingwelt eine introspektive Selbstreflektion aufscheint. Dieses innere Erleben von Welt lässt sich mit malerischen Explosionen bannen, mit den eruptiven Pinselzügen einer "wilden" Malerei, doch kann man sich ebenso mit harter Linie und einer Kiste voller Dinge auf eine Reise ins Ich begeben, um sich dann bereitwillig überraschen zu lassen, was diese Dinge zu sagen haben.

 

Zur Museumsseite

Weitere Ausstellungen

Besucherinformationen

Kontakt

Große-Perdekamp-Straße 25-27
45657 Recklinghausen
T +49 (0)2361.50 19 35
E info(at)kunst-re.de
www.kunst-re.de

Öffnungszeiten

Di bis So, Feiertage 11 – 18 Uhr
Mo geschlossen

Eintrittspreise

5 €, ermäßigt 2,50 €
Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre:
Eintritt frei
Gruppentarif ab 10 Pers., 2,50 €/ Pers.
Jeden Samstag »Pay what You want«

Führungen

Öffentliche Führung
Sonntags um 11 Uhr
Gruppenführung
Max. 20 Personen, 55 €

Service

Museumsshop
Dieses Museum ist barrierefrei.

Essen und Trinken

Cafébar im Museum

Ergänzende Tipps und Sehenswürdigkeiten für Ihren Aufenthalt in Recklinghausen finden Sie auch unter
www.ruhr-tourismus.de/recklinghausen

Karte

Parken

Kostenpflichtige Parkplätze in der Tiefgarage
unter dem zentralen Busbahnhof.

Anbindung ÖPNV

Haltestelle »Recklinghausen Hbf.«
Die Kunsthalle liegt direkt gegenüber
dem Hauptbahnhof.